Was ist bloß – los mit uns?

50 Jahre nach dem Wirtschaftswunder sind die Deutschen nur noch Weltmeister im Jammern, im Wehklagen, im Nörgeln und Nölen, im Stöhnen und Seufzen – und das auf höchstem Niveau. Gerade jene Generation, die in die Euphorie des Wirtschaftswunders hineingeboren und mit üppigen Wachstumsraten aufgewachsen ist, verlässt der Mut.

Die „New York Times“ sieht uns „wie narkotisiert von Jahrzehnten des Wohlergehens“. Und das US-Magazin „Newsweek“ porträtiert uns „im scharfen Gegensatz zur historischen Selbstwahrnehmung als wilden germanischen Stamm mit teutonischem Mut und alemannischer List“. Geblieben ist ein Volk im Selbstmitleid. Hierzulande Optimist zu bleiben zu wollen kommt einer Realitätsflucht gleich.

Ängste über Ängste in Deutschland. Das geht weit über die einzelnen Wehwehchen hinaus und wird zum kollektiven, apokalyptischen Endzeitgefühl, zum Fünf- Minuten-nach-zwölf-Gefühl. – Verfolgt man die Medien, ist alles tot: Atomtod, Strahlentod, Kältetod, Hitzetod, Seuchentod, außerdem: Waldsterben, Walsterben, Schildkrötensterben, Krötensterben… Gift im Auto, Gift im Abgas, Gift auf dem Fahrrad, Gift ohne Fahrrad, Gift in der Kosmetik, Gift ohne Kosmetik, Gift in der Bionahrung, Gift in der Milch, Gift im Salat. Gift im Spinat. Gift in der Nudel (Giftnudel/toxic noodle). Und so weiter und so fort. Gift im Medikament. Sozusagen Gift im Gift.“ Von „german angst“ sprechen die Amerikaner, und unsere (direkten) Nachbarn nennen Angst „typisch deutsch“.

Was sich so locker liest, fragt letztlich nach der Rolle der Medien in unserer ängstlichen Erregungsdemokratie und nach Wirkungen dieser Angst. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Auf dem Boden der Angst ist noch nie etwas Gutes gewachsen. Angst lähmt und hemmt, lässt resignieren. Angst fördert die Rückzugsmentalität ins Private, die Flucht in die Sucht einer das Ego befriedigende Konsumgesellschaft…

Peter Hahne, Weltmeister im Wehklagen (Auszug), Schluss mit lustig, Das Ende der Spaßgesellschaft, johannis-verlag, 2004

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4 Antworten zu Was ist bloß – los mit uns?

  1. Karina sagt:

    Hallo Michael,
    in kurzen Worten ein kleiner Nachtrag zum Thema ,, WAS IST BLOß- LOS MIT UNS?
    Vorab ein längerer Text aber jetzt in Kürze! Die Unzufriedenheit der Nörgler hängt auch mit dem Ungleichgewicht des Wohlstandes zusammen. Ja wir hatten in den Fünfzigern ein Wirtschaftswunder. Wenn aber wie heute eine zu hohe Arbeitslosigkeit herrscht kann es kein Wirtschaftswunder geben. Wohlstand kann es nur geben wenn jeder Arbeit hat. Die Politik soll doch bitte Anreize schaffen, dass die Industrie ausbildet und beschäftigt. Verhindert werden muss auch die Auswanderung der Industrie. Gleicher Lohn und weniger Zeitarbeit. Dann sind alle zufrieden.
    Habe Dank für deinen Eintrag !

  2. Karina sagt:

    Hallo Michael,
    eine interessante Fragestellung. Zunächst denke ich tragen die vielen negativen Berichte im Fernsehen/Radio u. Zeitungen dazu bei alles negativ zu sehen. Früher haben noch viele Menschen an Gott geglaubt in der Verzweiflung hoffte man in schlechten Zeiten auf Hilfe von oben. Heute geht kaum noch jemand in die Kirche, sofern sie ja sowieso eine Moschee geworden ist. Vor dem Krieg haben die Menschen oft in Ländlichen Regionen gelebt. Den Nachbarn sah man nur hin und wieder. Gegenseitige Hilfe war selbstverständlich. Heute gibt es zu viele Ballungsräume…einfach zu viele Menschen auf einem Raum. Die heutige Flüchtlingspolitik trägt im großem Maß dazu bei aus den Menschen Egoisten zu machen. Jeder hat Angst vor den Arbeitsplatzverlust oder wenig Mietraum. Ist man in der Maschinerie der Behörden, vielleicht durch Bezug von Arbeitslosen-
    geld oder Sozialhilfe kommt der Neid auf die gutsituierten Leute auf und Angst.
    Schon durch die Maßnahmen und schriftlichen Drohungen,, wenn sie nicht mit nachkommen…sperren wir ihr Geld. Ja Zucht und Ordnung. Demütigend für die, die guten Willen haben und ihnen nur gedroht wird. Sagen wir mal die Arge ist
    nur ein Verwaltungsapparat. Selbstbeschäftigung im Kindesalter wie junger Heranwachsender mit steigender Tendenz bei Erwachsenen. PC-Spiele statt Gesellschaftsspiele was dann zu Folge hat dass weniger gemeinschaftliche Aktivitäten stattfinden. Die Erwachsenen laufen in Gruppen oder allein aufs Händy guckend durch die Natur um Figuren zu finden. Wer achtet da schon einmal auf andere Menschen? Beziehungskrisen werden oft kurzerhand beendet statt zu reden. Ich sage dazu nur, ja die liebe Technik ist ein Segen und die Menschheit verkümmert. Immer höher, immer schneller und effizienter hat auch seine Hinterlassenschaften. Wann kann der Mensch nicht mehr ? Die Sinnfrage und das gut Leben kreist in erster Linie um das ich. Wer einmal im Leben ganz unten ist hat wenig Hoffnung und Hilfe. Auch hier kommt dann der Neid, die Missgunst und warum soll man da nicht mal meckern. Wer weiß was ich mit Achtzig sage und wie viel sich in der Welt noch ändert. Ist doch schade dass wir nichts an unserer großen Erde anbauen können. Deinen Beitrag zu lesen hat mir Spass gemacht und mich weiter angeregt nachzudenken .

    H

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