#Abzocke in #Oststeinbek!

Oststeinbek Kreis Stormarn

Rathaus in Oststeinbek

Groß im Abkassieren, klein im Service. So agieren einige Telefonanbieter. Das zeigt das Beispiel des Oststeinbekers Norayr Adamyan, dem zu Unrecht Geld vom Konto abgebucht wurde. Monate läuft er dem Unternehmen hinterher, begründete Widerrufe werden abgelehnt, ohne detailliert auf den Fall einzugehen. Er fühlt sich nicht ernstgenommen. So ergeht es nicht wenigen Kunden. Nachzulesen ist das alles in Foren im Internet.

Was ist das für ein Geschäftsgebaren? Alles nur Zufall oder steckt etwa Methode dahinter? Nach dem Motto: Wir schmettern erst einmal Beschwerden ab in der Hoffnung, dass der Kunde genervt aufgibt und auf Rückzahlung verzichtet. Das wäre Abzocke. Natürlich verhalten sich Anbieter so geschickt, dass man ihnen genau das nur schwer nachweisen kann.

Dennoch, die Angelegenheit des Oststeinbekers stinkt zum Himmel. Der Mann hat keinen Vertrag über ein TV-Produkt abgeschlossen und sofort reklamiert, als die Firma dafür Geld von ihm eingezogen hat. Er war in einem Geschäft der Marke, hat telefoniert, Schriftstücke verfasst – also viel Aufwand betrieben, um zu seinem Recht zu kommen. Die Antworten des Anbieters treiben einem die Zornesröte ins Gesicht. Sie lassen darauf schließen, dass nicht der Kunde, sondern Umsatz und Gewinnmaximierung im Vordergrund stehen. Es hätte zum Anstand gehört, die Sache nicht erst nach #Abendblatt-Anfrage zu klären. Hoffentlich lernt das Unternehmen daraus.

Oststeinbek Kreis Stormarn

Kirche in Oststeinbek

Rene Soukup, Bitte mehr #Anstand #Telefonanbieter (ungekürzt), #HamburgerAbendblatt, KOMMENTAR, Montag, 28. Mai  2018

Das rät die Verbraucherzentrale:

…Wenn das Unternehmen nicht reagiert, bleibt nur der Gang zu einem Anwalt oder zur Vebraucherzentrale. – Vom Widerruf und dem Aussitzen wird abgeraten. „Unternehmen haben automatische Abläufe. So kann es zu einem Gerichtsverfahren kommen und zu Mehrkosten, die im unglücklichen Fall der Kunde zu tragen hat – (ebenfalls im Abendblatt nachzulesen, 31. Mai 2018)…

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#Angst ist umsonst – #Brot kostet Geld – „#GermanAngst“

Angstforschung

„German Angst“

Die „German Angst“ ist weltweit bekannt. Im gesamten angelsächsischen Raum wird dieser Begriff verwendet. So häufig, dass erste Initiativen zum Erhalt der englischen Sprache schon fordern, das Wort „Fear“ auf die Liste der vom Aussterben bedrohten „words“ zu setzen „German Angst“ ist ein Exportschlager. Insofern hat der FDP-Chef Christian Lindner mit seiner jüngsten Äußerung Wirtschaftsförderung betrieben – und das gehört ja wohl zum Markenkern seiner Partei.

Lindner steht nun in einer Reihe mit dem Angstforscher und Schriftsteller Peter Handke. Dessen 1970 veröffentlichtes Werk „Die Angst des Tormanns vor dem Elfmeter“ ist kulturelles Allgemeingut geworden.

Christian Lindners „Angst des Bäckereischlangenstehers“ dürfte ein ähnlicher Erfolg beschieden sein. Nur bei der Ausformung dieser Angst muss der FDP-Chef noch ein bisschen nacharbeiten. Möglicherweise steht er auch nicht häufig genug in einer Bäckereischlange, um beurteilen zu können, was da abgeht. Nein, lieber Herr Lindner, in einer Bäckerei stellen wir uns absolut nicht die Frage, welchen Aufenthaltsstatus die mit uns Wartenden haben. Unsere musternden Seitenblicke haben einen ganz anderen Grund. Es geht einzig und allein um das letzte Lieblingsbrot, das dort im Regal liegt – und um die Sorge, einer der vor uns in der Schlange stehenden Kunden könnte es auf genau dieses Brot abgesehen haben.

EINE GLOSSE VON MATTHIAS POPIEN ( ungekürzt ), Lindners Angst-Attacke, #HamburgerAbendblatt, Mittwoch,  16. Mai 2018

Köstliches Brot

Ährenbrot und Baguette

 

 

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Kein gutes Ende. #Jäger und #Beute, #Sperber und #Star

Sperber und Star

Ungleicher Kampf

Das Ende eines Stars scheint gekommen, ein Sperber hat den Unglücksvogel überwältigt, in den nächsten Sekunden, so scheint es, werden seine Krallen ihm den Garaus machen. Sperber erbeuten nur selten Mäuse, sie bevorzugen Vögel, die sie in rasantem und ungeheuer wendigen Flug bis in Hecken und Baumkronen jagen. Dieser Star auf einem Gehweg in einem Ort nahe dem englischen Gloucester bekam noch eine zweite Chance, als ein Passant seinen Peiniger aufstörte. Doch der Kampf ging im Gesträuch weiter, unsichtbar. Irgendwann war Ruhe.

Das Ende eines #Stars ( ungekürzt ), #DERSPIEGEL, Wissenschaft+Technik Nr.18 /28.4.2018

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#Füreinander oder #Gegeneinander? #Kampf im #Klassenzimmer

Unruhe im Klassenzimmer

Schule 2018

Von Beleidigungen über Cybermobbing bis hin zu körperlichen Attacken: Lehrer an allen Schulformen sind in Deutschland regelmäßig psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt. In den vergangenen fünf Jahren kam es nahezu an jeder zweiten Schule zu Beschimpfungen, Bedrohungen oder Belästigungen von Lehrkräften. An rund einem Viertel der Schulen wurden Pädagogen körperlich angegriffen. An jeder fünften Schule gab es Fälle, in denen Lehrer und Lehrerinnen online bedrängt, diffamiert oder genötigt wurden.

Vor allem die Direktoren an Grundschulen berichten von körperlichen Übergriffen. Während physische Gewalt nur an 4 Prozent der Gymnasien und 12 Prozent an der Haupt-, Real- und Gesamtschule eine Rolle spielt, liegt der Anteil der Grundschulen bei 23 Prozent. An weiterführenden Schulen, außer Gymnasien, sind Beschimpfungen, Beleidigungen und Bedrohungen besonders häufig. An 59 Prozent dieser Schulen kam es in den letzten fünf Jahren zu verbaler Gewalt.

Fatal ist, wenn die Lehrkräfte nach einem Angriff nicht unterstützt werden. Das ist nach Angaben der befragten Rektoren bei rund jedem zehnten Betroffenen der Fall. In sieben Prozent der Fälle ist es nur zum Teil gelungen, betroffene Kollegen zu unterstützen, in zwei von hundert Fällen gar nicht. Als hinderlich bewerten die Schulleiter dabei – neben uneinsichtigen Schülern und Eltern – vor allem desinteressierte Schulministerien und bürokratische Meldeverfahren.

Zuversichtlich ist, dass das Thema aus der Tabuzone kommt. Viel zu lang hat die Angst vor einem Reputationsverlust der Schule zu einer „Kultur des Schweigens“ geführt. Auch jetzt noch ist das Thema für einige Pädagogen mit einem Tabu behaftet: Rund vier von zehn Befragten finden, dass man über Angriffe gegen Lehrer nicht offen sprechen kann.

Theresa Martus, #Gewalt im #Klassenzimmer (Auszug), #AngriffeaufLehrer sind Alltag – #Beschimpfungen an jeder zweiten #Schule, #HamburgerAbendblatt, Aus Aller Welt, Donnerstag, 3. Mai 2018

 

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#Hamborgs #Wedder in’t #Obendblatt

Dat Wedder

Dat Wedder in’t Obendblatt

WEDDER/ Ohn Sorg!

Ok dat Wekenenn fangt hüüt wedder mit düchtig Sünn an. 18 Grood. Eerst an’n Sünndag wiest sik en poor Wulken. Dat Wedder lang un breet op – Siet 41

Das Wetter

Das Wetter in Hamburg

WETTER/ Keine Sorge!

Auch das Wochenende startet heute mit viel Sonne. 18 Grad. Erst am Sonntag tauchen einige Wolken auf.  – Seite 41

Das #Wetter in #Hamburg, #HamburgerAbendblatt, Sonnabend/Sonntag, 21./22. April 2018

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Bei Boris Becker auf dem #Sofa

Ein Buch lesen

Ein Buch

Neben meinem Bett gibt es zwei Bücherstapel – wachsend. Ich muss viel weglesen, damit die Stapel nicht umkippen. Und immer kommen neue Bücher hinzu. Auf meinem Weg zum Lebensmittelmarkt ist eine Buchhandlung. Auf dem Rückweg sichte ich dort regelmäßig Bücher. Zu Hause liegt dann auf dem Küchentisch zwischen Gemüse, Milch und Brot ein neues Buch.

#BenjaminvonStuckrad-Barre erzählt in „Ich glaube, mir geht’s nicht so gut, ich muss mich mal hinlegen. Remix 3“ von einem Besuch bei Boris Becker in Wimbledon. Er sitzt mit Herrn Becker auf dem Becker-Familiensofa und schaut das Wimbledon-Finale von 1985 auf Video. Beckers Frau Lilly und der Sohn Elias sehen das Spiel zum ersten Mal, und schnell wird klar: Sie wissen nichts von diesem mythischen Match, von der Weltbedeutung.

Matthias Günther (54) ist seit 2015 Dramaturg am Thalia Theater

Matthias Günther

Ich erinnere mich sofort daran, wo ich damals war, mit wem ich geschaut habe. So lese ich einerseits Stuckrad-Barres großartigen Text und erinnere mich gleichzeitig an den 7. Juli 1985. Beim Lesen der präzisen Beschreibungen und Überlegungen von anderen tauche ich ab und begegne mir selbst. #Lesen ist eine Glücksmöglichkeit. Auf dem Bücherstapel neben meinem Bett liegt jetzt oben Stuckrad-Barres neues Buch, daneben #Ulrich Woelks  „Nacht ohne Engel“, die Begegnung eines Taxifahrers mit seiner früheren Freundin nach 25 Jahren. Ein Erinnerungsraum öffnet sich und der ist entweder das Paradies (Kierkegaard) oder die Hölle (Stuckrad-Barre). Bei Woelk gibt es auf Seite 91 den schönen Satz. „Vielleicht ist es kein Gott und es sind keine Toten, die uns in der Gegenwart beim Lesen zusehen, sondern wir sind es selbst, unser eigenes zukünftiges Ich, das uns zurückblickend im Hier und Jetzt beobachtet und uns etwas sagen, etwas Dringendes zurufen will.“ Jetzt muss ich schließen. Das Buch will weitergelesen werden.

Armin Smailovik, #MatthiasGünther, Bei Boris Becker auf dem Sofa, #HamburgerAbendblatt, Sonnabend/Sonntag, 14./15. April 2018, KULTUR

Schreiben

Arbeitsdisziplin

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#Polizei setzt auf #Kooperation mit #Hamburg

Polizei

Kooperation: Hamburg und Stormarn

Länderübergreifende #Zusammenarbeit wird ausgeweitet: Nach #Einbrechern sollen nun auch #Autodiebe #gemeinsam #gejagt werden

Polizei

HH, SH: Sicherheit

#HamburgerAbendblatt, Freitag, 13. April 2018, #STORMARN

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#Rezension: #SveaKerling, #DieEquipe, Der #letzteSitzkreis

Sitzkreis

Was mache ich hier bloß?

“ Unfried (Therapeut) schüttelte vehement seinen Kopf. „Wir wollen hier weder politische noch religiöse Diskussionen entfachen, Kjell.“  „Anscheinend wollen wir hier gar nichts, außer dass wir einander alle lieb haben. Ich für meinen Teil habe keinen Bock auf Gruppenkuscheln. Mit mir sicher nicht. So ein Kackhaufen hier.  – Der Klarheit wegen, was um Himmels willen schmieren Sie permanent in diesen Block?“ – Um Unfried herum nur fragende und nach Antwort suchende Gesichter. „Das hatten wir doch schon mehrmals besprochen.  Ich bin hier, um Ihnen zu helfen. Sie ein Stück auf Ihrem Weg zu begleiten. Sie dabei zu unterstützen Vergangenes zu verarbeiten, damit es seinen Platz findet. Erinnerungen ihren Schmerz zu nehmen. Offen aufeinander zugehen. Offener einander zuhören. Zorn und Wut positiv einzusetzen. Ich will Ihnen allen helfen. Ich will sie positiv motivieren.“  “  

Hanna hatte keinen Schimmer davon, was dies alles zu bedeuten hätte. Dieses #Therapiezimmerszenario. Alles in ihrem Kopf begann sich zu drehen. Ihre Welt drehte sich, nur nicht so, wie sie sich drehen sollte. Sie sah schlussendlich keinen Ausweg mehr . Der Therapeut (Unfried) unterschied sich kaum von den anderen Therapeuten, denen sie in ihrer #Patientenlaufbahn begegnen durfte. Sie hätte eine krankhafte Phantasie, hieß es. Sie würde sich alles nur einbilden. Verrückt wäre sie, hieß es. Sie würde in ihrer eigenen Welt leben, hieß es. Hanna konnte einfach nicht gut mit Menschen und Menschen konnten nicht gut mit ihr.“ 

 

Sigmund Freud

Der Mann mit dem Hut

Unfried fand die Runde wieder etwas unrund. Er grinste. Er gratulierte sich zu seinem Wortspiel. UNRUND. Dieser verfickte Kreis war wieder nicht perfekt rund. Unfried kannte seinen Job. Er hasste diesen Raum. Er hasste die Tür, ja und er hasste auch diesen verdammten Block. Auch diese beschissenen Kreise. Alle schrien nach Hilfe. Heute wusste er, dass es unmöglich war, Menschen zu therapieren. Menschen, die zu ihm kamen wollten ihr Leid. Sie wollten es nicht teilen oder gar loswerden. Sie wollten es für sich ganz allein.

Unrund oder was?

Die ver… Kreise

Valerie hatte Kjell gesehen und es war um sie geschehen. Kjell (Patient) und Unfried (Therapeut) lieferten sich ein hartes Duell. Ein Duell der Alphatierchen. Es schien als wollte keiner nachgeben. Valerie mochte das. Sie mochte starke Männer. Sie würde gern mit Kjell kuscheln. Kjell war ein ganzer Mann. Er wusste, was Sache war. Er könnte alles… ja alles mit ihr machen. Sie fand Kjell klasse, doch dieser Unfried war nicht so sehr ihr Typ. Seine Augen ja, die waren interessant, doch er als Person war gänzlich uninteressant für sie. Uninteressant wie ihr Leben.“ 

Unfried: „Was glauben die bloß alle, wer sie sind? Es ist widerlich, wie sie mir ins Gesicht lügen. Wie haben sie ausgesehen? Ich kann mich nicht an ihre Gesichter erinnern. – Der Mann mit dem Hut strich mit seinen Fingern über den Hut: Wahrheit schmerzt und ist doch nicht mehr als ein Irrtum“  

Der Tod

Das Entsetzen

Kjell und der Ruf

“ Kjell war ein Pilot. Ein Flieger. Wenn nicht sogar ein Überflieger. Das war sein Credo. Keine Kapitulation vor dem Feind. Er wird ihm entgegentreten als das, was er war. Als Kampfpilot. Der Himmel war merklich dunkler geworden. Ein ohrenbetäubendes Geräusch riss Kjell aus seinen Gedanken. Er flog. Segelte hinab in die Tiefe. Schallendes Gelächter. Es war der Berg, den er bezwingen wollte. Es waren Kjells Augen, die noch im Tod das Entsetzen widerspiegelten. Der Berg, er hatte ihn besiegt.

Hanna und der Sternenstaub

“ Ein Krächzen und Ächzen. Das Auto war dabei in seine Einzelteile zu zerbersten. Ihr Auto und sie kannten das Ziel. Es würde sie beide dorthin bringen. Bersten von Glas. Splitterndes Glas. Der Motor heulte auf. Reifen quietschten. Donner. Blitz. Farben der Welt glänzten und glitzerten scheinbar um die Wette. Sternenstaub. Nur er brachte die Welt so zum Funkeln. – Es gab keinen Sternenstaub, nur Flammen, die den nächtlichen Himmel in diffuses Licht tauchten.

Valerie und die Tragödie in unzähligen Akten

„Falls sie überleben würde, schwor sich Valerie, würde sie nie wieder baden“. Sie spuckte Salzwasser aus ihrem Mund: Der Ast hatte wohl nur einen Zweck. Nämlich ihr Leiden zu verlängern. Einfach Loslassen. Das wäre doch die ultimative Lösung. Doch anstatt die Finger vom Holz zu lösen und endlich das letzte Bindeglied zwischen dem Hier und dem Dort loszulassen, klammerten sich ihre Finger noch fester um diesen Ast der falschen Hoffnung

Lauren und der missglückte Plan

Noch bevor Laurens toter Körper gänzlich vom Stuhl rutschte fing er (Hermann) ihn auf. Er röchelte, rang nach Luft. Etwas stimmte ganz und gar nicht. Während er fiel, versuchte er sich an der Tischdecke festzuhalten. „Lauren, du verdammte…“ “ 

 

Ich und das Fenster zum Hof

„Mein Körper war nicht mehr als eine Hülle. Aufrechterhalten nur aus Trotz. Meine Tränen schmeckten bitter. Bitterer als sonst. Es gibt nur einen Weg. Das Fenster zeigt mir diesen Weg: Aus dem Nichts in das Nichts.“ “ 

Ich kann mich nicht mehr erinnern, was passiert war. Was mache ich hier bloß? Wer sind diese Menschen? Was kritzelt dieser Typ ständig in seinem Block herum? Es kann mir egal sein. Ich konzentriere mich auf die Stühle. Buche. Gott, ich hasse doch Buche. Gelangweilt blickt Unfried in die Runde. „Was genau ist es denn, was Sie so wütend gemacht hat, Hermann?“

 

#SveaKerling, #DieEquipe, #DerletzteSitzkreis, tredition GmbH, Hamburg, 2017, 172 Seiten, Rezension

 

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#Depression eine #Krankheit. Über #Hilfe und #Therapie

Einsatz Ätherischer Öle

Manchmal geben sogar Ätherische Öle Linderung

Teresa Enke, die Frau des ehemaligen Bundestorwarts Robert Enke, klärt darüber auf, dass Depression eine Krankheit ist, die man behandeln kann, mit Therapie, mit Medikamenten. Die man behandeln soll. Sonst kann es tödlich sein, so wie bei Robert Enke.

Etwa fünf Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer Depression. 10.000 Menschen sterben jedes Jahr durch Suizid, ein Großteil davon war depressiv. Das sind mehr, als im Straßenverkehr umkommen. Betroffene Patienten berichten, dass die Krankheit schleichend in ihr Leben trat. Und sie hart getroffen hat. So hart, dass sie ohne Familie, ohne Freunde verloren gewesen wären. Das liegt auch daran, dass man sich nicht sicher sein kann, von Ärzten die richtige Hilfe zu bekommen. – Wie kann es sein, dass es bei einer so schweren Krankheit so schwer ist, Hilfe zu bekommen? Und wie können Angehörige einen Kranken unterstützen? – Ein Betroffener, ein depressiver Patient, dachte an Selbstmord, bis er sich nach endlosen Fehldiagnosen selbst in eine Klinik einwies. Dort wurde seine Krankheit, die Depression, endlich erkannt. Die Medikamente wurden umgestellt, die Gewaltgedanken des Patienten verschwanden. Doch die Hoffnungslosigkeit, das endlose Grübeln, die ewige Niedergeschlagenheit blieben.

Manchmal führen schwere körperliche Erkrankungen wie Schlaganfall, Epilepsie oder Krebs, eben Krankheiten von denen man sagt, es sei schwer damit zu leben, zu einer Depression. Manch ärztlicher Experte weiß, die Depression ist mehr als nur eine Reaktion auf äußere Lebensumstände, sie ist eine eigenständige Krankheit. Selbst die Betroffenen erkennen sie selten, sie geben sich in der Regel selbst die Schuld an ihrem Zustand. Als Student denkt man, es sei der Liebeskummer. Im Berufsleben ist es der Stress. Als alter Mensch sind es die Rückenschmerzen. Die Depression findet je nach Lebensphase ihre eigenen Probleme. – Ein Depressiver verliert den Appetit, oft werden mehrere Kilogramm Gewicht verloren. Man hat Konzentrationsstörungen. Auch Hoffnungslosigkeit ist eingebaut in eine Depression. Alles erscheint ausweglos. Dazu kommen teils Suizidgedanken. Halten mehrere dieser Symptome mindestens zwei Wochen an, ist es Zeit, zum Arzt zu gehen.

Im Rahmen einer Therapie werden durch Medikamente, Psychotherapie, aber auch durch Sport und Bewegung Heilungsprozesse und Wachstumsprozesse angestoßen, sodass sich die gesunden Netzwerke wieder herstellen können. – Auch wenn Depressiven ihre Situation meist aussichtslos erscheint, ist sie das in Wahrheit nicht. Die Krankheit verläuft typischerweise in Episoden, und eine solche Episode klingt meist nach sechs bis acht Monaten wieder ab. Wie aber findet jemand, der sich mühsam durch den Tag schleppt, keinerlei Hoffnung hat, und am liebsten gar nicht mehr ans Telefon gehen möchte, den richtigen Arzt, der helfen kann? Die Chancen dafür stehen in Deutschland nicht sehr gut. Auch bei der Therapie zeigen sich erschreckende Lücken: Lediglich 41 Prozent der befragten Hausärzte gaben an, die Leitlinie zur Behandlung von Depressionen überhaupt zu kennen. Die größten Engpässe finden sich allerdings bei den ambulant tätigen Psychotherapeuten: Es gibt in Deutschland nur rund 30.000. Würden alle Depressiven in Deutschland eine ambulante Psychotherapie machen, könnte sich keiner dieser Therapeuten mehr um andere Patienten kümmern – und müsste über 33 Stunden pro Tag arbeiten.

Eine bekannte Moderatorin und Schauspielerin musste sich um einen schwer depressiven Menschen kümmern, jahrelang – und lernen, nicht daran zu zerbrechen. An ihrem Beispiel wird klar, wie wichtig es ist, über die Krankheit aufzuklären, sie zu enttabusieren. Auch, um den Angehörigen zu helfen. Ihr Vater litt fast 20 Jahre lang an schwerer Depression. Anfang der Neunziger verlor der Unternehmer einen großen Kunden, seine Firma ging unverschuldet insolvent. Er fand nicht mehr zurück ins Leben, es dauerte eine Weile, bis die Familie erkannte, dass es um mehr ging als Versagen und Frustration. Ihre Mutter tat alles, um zu helfen. Zum Schluss war sie nur noch für den Vater da. Doch ihr Vater habe bis zum Ende abgestritten, dass er krank sei. Irgendwann riet ein Arzt ihrer Mutter, sich zu trennen. Er sagte, sie solle gehen, sonst sei sie bald selbst nicht mehr da.

Danach hatte die Moderatorin das Gefühl, die Bezugsperson für ihren Vater zu sein. Eine Lösung finden zu müssen. Die letzten Jahre hat er in seinem Bett mit heruntergezogenen Rollläden verbracht, sei teilweise nicht mehr  aufgestanden. Trotz der Liebe seiner Familie wollte der Vater trotzdem „gehen“. Er meinte, es reiche nicht. Gespräche endeten oft mit der Bemerkung, er wolle „es jetzt tun“. Daran ist die Tochter allmählich kaputtgegangen. Im Beruf hat die Tochter immer super funktioniert. Sie war die, die immer lacht. Privat hatte sie keine Kraft mehr. Sie hatte alles für den Beruf und die Sorge um ihren Vater aufgegeben. – Schlussendlich hat sie sich helfen lassen. So hat sie auch jene Werkzeuge in die Hand bekommen, den fast unausweichlichen Tod ihres Vaters zu verkraften.

Später saß die Moderatorin mal in einer Gesprächsrunde über Depression. Sie traf  auf einen Mann mit Frau und drei kleinen Kindern. Er hatte einen Selbstmordversuch überlebt, war wieder gesund. Auf ihre dringenden Fragen zu seinen Episoden erzählte er ihr, dass die Depression alles tötete, was mit Gefühlen zu tun hat. Dass man so etwas wie Liebe nicht mehr wahrnimmt. Alles sei weg. Der Mann habe seine Kinder, seine Frau angesehen, aber nichts mehr gespürt. Die Krankheit habe eine feste Mauer um seine Seele gebaut.

Die Tochter hofft und will, nach dem Erlebten und ihrem Bericht, dass wir einsehen, dass die Depression eine Krankheit ist und dass die Krankheit nichts damit zu tun hat, wie sehr man sich im Griff hat.

Veronika Hackenbroch, Kerstin Kullmann, Unter Wasser (gekürzt), Eine Studie zeigt: Ein Fünftel der deutschen glaubt, eine Depression lasse sich mit Schokolade heilen. Die richtige Hilfe zu finden ist für Betroffene ein Glücksspiel. Wann fangen wir endlich an, die Krankheit ernst zu nehmen. #DERSPIEGEL, 11/2018, Psychologie, Seiten 100 bis 107

DER SPIEGEL: Leserbrief. Seite 128, DER SPIEGEL 12 / 2018

„Es wird Zeit, dass Depression als schwere Krankheit anerkannt wird, und die Betroffenen nicht mehr stigmatisiert werden.“ Michaela, T. Ulm

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#Anfang und #Ende: #StephenW.Hawking

Hawkins

Stephen Hawking, Oxford, 1962

Ein Geistesgigant, geboren am 300. Todestag Gallileo Gallileis in Oxford, gelangte in den 1970er-Jahren zu großer Bekanntheit. Hawking zeigte, dass Schwarze Löcher, die Staubsauger des Universums, Materie nicht nur verschlucken, sondern selbst verdampfen. Das Faszinierende daran: Die dabei selbst entstehende Hawking-Strahlung kann es nur bei Anwendung der Quantenmechanik geben, also der Theorie kleinster Teilchen. Schwarze Löcher hingegen werden mit der Allgemeinen Relativitätstheorie erklärt.  – Physiker träumen seit Jahrzehnten davon, beide Theorien zu vereinigen, und eine universale Weltformel zu finden. Das hat Hawking nicht geschafft, aber künftigen Forschergenerationen den Weg bereitet.

Stephen Hawking

Schwarzes Loch

Materie verschwindet im Schwarzen Loch

Die Hawking-Strahlung ließ sich bisher nicht nachweisen. Wohl auch deshalb hat er zu seinem Bedauern nie einen Nobelpreis erhalten. In der theoretischen Physik gilt Hawking als ein renommierter Forscher unter einigen anderen. „Die Entdeckungen, zu denen er beigetragen hat, werden großartige Entdeckungen in der Zukunft ermöglichen“, sagt Ulf Danielsson, Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften.

Der am 8. Januar 1942 geborene Hawking wurde 1979 Professor für Mathematik in Cambridge. In den 80er-Jahren entwickelte er die Idee eines grenzenlosen Universums ohne Rand und Anfang. Im Jahre 1988 veröffentlichte er „Eine Kurze Geschichte der Zeit“, ein auch für Laien halbwegs verständlichen Bestseller. Dieser begründete endgültig seinen Weltruhm.

Stephen Hawkin

Erinnerung an S.H.

„Stephen war ein interessanter und wunderbarer Mensch“, sagt der Hannoveraner Physikprofessor Bruce Allen über seinen Doktorvater. „Er war selten schlecht gelaunt. Er war ein starker Mensch, der das Beste aus allem machte und stets das Positive sah.“ Hawkings wissenschaftlicher Nachlass sei legendär, so Allen. „Seine früheren Arbeiten zur Kosmologie sind die Grundlage für unser heutiges detailliertes Verständnis darüber, wie das Universum entstanden ist und sich entwickelt hat.“

 

Jonas Erlenkämper, Mister Universum (Auszug), Stephen Hawking, der Welterklärer und Star der Wissenschaft, stirbt mit 76 Jahren. Von seiner Nervenkrankheit hat er sich nicht unterkriegen lassen, #HamburgerAbendblatt, Donnerstag, 15. März 2018

Erinnerung

Erinnerung an S.H.

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