Das #Zappelphilipp-Syndrom bei #Schulkindern

Das Zappelphilipp-Syndrom wird bei einigen Schulkindern festgestellt, weil sie zu früh eingeschult werden. Bei vielen dieser Fälle handelt es sich um Überdiagnosen. Häufig ergreifen die Lehrer die Initiative, weil ihnen besonders unruhige Kinder im Unterricht Probleme bereiten. ADHS  ist jedoch bei Weitem nicht der einzige Grund, warum Schüler nicht still sitzen können. Besonders junge Kinder sind einfach noch nicht reif genug, um dem Unterricht folgen zu können.

Ärzte müssten bei der ADHS-Diagnose unbedingt das Alter und  die Schulsituation der Kinder mit bedenken. Wir brauchen objektivere Kriterien, um jene Kinder zu identifizieren, denen es guttun würde, ein Jahr später eingeschult zu werden. Und die Schulen sollten das auch dann durchsetzen. Für Lehrer ist es schwer, Klassen mit sehr unterschiedlichen Kindern zu unterrichten. Im Moment bekommen die unruhigsten einfach Medikamente. Das ist nicht ideal. 

Wir sollten mit der Behandlung warten. Wie verhält sich mein Kind? Im Zweifel sollten wir uns für eine spätere Einschulung entscheiden. Wenn unser Kind noch nicht weit genug entwickelt ist, hilft auch eine intensivere Vorbereitung auf die Schule nicht weiter. Es ist offenbar, dass sich gerade die jüngsten Kinder einer Klasse fast während ihrer gesamten Schullaufbahn mühsam gegen ihre Klassenkameraden behaupten müssen. Ist es aber weit genug, dann ist es zwar eines der älteren Kinder, aber das Schulkind scheint wirklich Spaß an der Schule zu haben?

„Warten Sie mit der #Behandlung“! (Auszug), Timothy Layton, 34, von der Harvard Medical School über Überdiagnosen bei der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung #ADHS, #DERSPIEGEL, Medizin, Nr. 50 / 8.12.2018 

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