#Geisterteilchen im #Zoo der #Elementarteilchen – #Theorien jenseits der #Realität?

Vom Genfer Ringbeschleuniger hatten sich viele Physiker vergebens Belege für dunkle Materie oder Supersymmetrie erhofft. Man setzt deshalb auf den nächstgrößeren Riesenbeschleuniger. Die Supertheorie ist schön und elegant. Die Supertheorie sei, so glauben viele Teilchenphysiker zu schön, um nicht wahr zu sein. Aber warum sollte die Natur sich darum scheren, was wir Menschen gerade für schön halten?

Teilchenbescleuniger

Teilchenbeschleuniger in Genf

Das gesamte Standardmodell ist ein hässliches Flickwerk! Schon wegen der 25 bekannten Elementarteilchen. Warum gerade die, und warum 25? Es kommt zu schwindelerregenden Geisterbildern wie beispielsweise dem Weltmodell des Multiversums. Dem zufolge sind nach dem Urknall unendlich viele verschiedene Universen entstanden, und das unsere ist  nur eines davon. Die These zu beweisen ist prinzipiell nicht möglich. Solche Spekulationen haben in der Wissenschaft nichts zu suchen. Die meisten theoretischen Physiker studieren inzwischen Dinge, die noch niemand je gesehen oder gemessen hat. Sehr gern postulieren sie auch neue Teilchen, um ihre gedachten Weltmodelle aufzuhübschen. Es gibt zehntausende Aufsätze, die diese Konstrukte genau beschreiben. Und die einflussreichsten darunter wurden wieder tausendfach zitiert. Aber keiner dieser Teilchen wurde je gesehen.

Nicht wenige Physiker sind jetzt verwirrt, sie wissen nicht mehr, was sie tun sollen. So lange haben sie geglaubt, was wahr ist, müsse auch schön sein. Aber dieser Glaube hat die Wissenschaft auch früher schon in die Irre geführt. Im 16. Jahrhundert galt Kopernikus‘ Lehre, die Erde kreise um die Sonne, als abstoßend. Es passte nicht zu den Beobachtungen der damaligen Astronomen. Falls Kopernikus recht hatte mussten die Sterne am Firmament erschreckend weit entfernt sein. So ist es ja auch, wie wir heute wissen. Aber damals galt das als krasse Abweichung von den natürlichen Proportionen.

Auch unter heutigen Physikern wirkt eine ähnliche Sehnsucht nach kosmischer Harmonie. Sie wünschen sich einen Kosmos, der von schönen und natürlichen Gesetzen bestimmt ist. Den radikalsten Drang zur Harmonie zeigt vermutlich die String-Theorie. Ihr zufolge besteht alles, was existiert, aus schwingenden Fädchen. Das ist zunächst mal eine wirklich faszinierende Theorie, sie hat das Zeug zur Weltformel, und sie ist mathematisch schön ergiebig. Man kann endlos damit herumrechnen und Aufsätze publizieren. Aber die Theorie funktioniert nur, wenn es etliche Extradimensionen außer der uns bekannten gibt. Leider fand sich auch davon bisher keine Spur. String-Theoretiker sind billig, sie brauchen nicht viel für ihre Kalkulationen. Jede Fakultät, die auf sich hält, kann sich ein paar von ihnen leisten. Außerdem gelten sie unter Kollegen als unterhaltsam – schon weil sie so unermüdlich mit immer neuen Ausflüchten kommen, wenn ihre Extradimensionen wieder nicht aufgetaucht sind. Die Physik hat sich weit von der Realität entfernt. Es wirkt da unter anderem ein fataler Anreiz zum Schwarmdenken. Als Maß des Erfolgs gilt leider, wie oft eine Arbeit von Kollegen zitiert wird. Am besten publiziere ich also über Dinge, mit denen viele andere ebenfalls beschäftigt sind. Dann werden sie sich demnächst wiederum auf mich beziehen und mich zitieren.

Beim Publizieren muss es schnell gehen, besonders bei verdächtigen Befunden. Nur wer es unter die ersten schafft, wird dann zum Lohn von  Kollegen reichlich zitiert, welche die spezielle Problematik in ihren  Arbeiten aufgreifen. Dieses Phänomen hat sogar schon einen Namen, wir sprechen von „ambulance chasing“ – die Kollegen jagen dem Rettungswagen hinterher wie Anwälte, die hoffen, dass es am Unfallort jemanden zu verklagen gibt.

Das macht der Physikerin Sabine Hossenfelder große Sorgen, darum hat sie ihr Buch* geschrieben. – Den interessierten Laien ist schon klar, dass in ihrem Fachgebiet irgendwas komisch ist. Ständig werden da wilde Dinge vorhergesagt, die sich dann doch nicht bestätigen. Wenn es in der Grundlagenphysik zugeht wie in der Ernährungswissenschaft, wo der Kaffee heute gut und morgen schlecht für die Gesundheit ist, dann haben wir ein Problem. Die Teilchenphysik ist unterwegs irgendwo falsch abgebogen. Nehmen wir beispielsweise die dunkle Materie, von der wir immer noch keine Spur haben. Vielleicht gibt es sie ja wirklich nicht. Eine alternative Lösung wäre durchaus denkbar. Dafür müssten wir die Schwerkraft anders verstehen. Daran arbeitet Frau Hossenfelder gerade. Aber am meisten wäre gewonnen. wenn wir uns nicht länger verausgaben würden mit der Lösung von Problemen, die gar keine sind – nur weil uns die Naturgesetze nicht schön genug sind.

Frau Sabine Hosenfelder

Physikerin Sabine Hossenfelder

 

*#SabineHossenfelder: „Lost in Math. How Beauty Leads Physics Astray“. Basic Books; 304 Seiten.  – Das Gespräch führte Redakteur Manfred Dworschak. –                                          — Frau Hossenfelder, 41 forscht am Frankfurt Institut for Advanced Studies. In ihrem neuen Buch wirft sie der Theoretischen Physik vor, sich heillos verrannt zu haben in Spekulationen über Multiversen, Symmetrien und Geisterteilchen.                                               *Im September erscheint ihr Buch in deutscher Übersetzung mit dem Titel „Das hässliche Universum“. —

Warum gerade die, und warum 25?, #SPIEGEL-Gespräch (Auszug), Die Physikerin Sabine Hossenfelder über die irregeleitete Suche nach der #Weltformel, Einsteins Abscheu vor dem Urknall und Fachkollegen, die einfach neue #Elementarteilchen erfinden, #DERSPIEGEL, Wissenschaft, Nr. 24/9.6.218

 

 

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