Der Versuch das #Bewusstsein durch #Drogen zu erweitern. Wie #krank ist das denn?

Kokainlabor in Flammen

Ein Kokainlabor geht in Flammen auf

29 Teilnehmer eines Heilpraktikerseminars gerieten an einem Freitagnachmittag im September 2015 in größte Gefahr. Ärzte, Psychologen, Yogalehrer und Homöopathen torkelten orientierungslos umher, getrieben von quälenden Wahnvorstellungen. Oder wälzten sich auf dem Boden, rangen um Luft, wandten sich in Krämpfen, verletzten sich selbst. Zahlreiche Krankenwagen, Feuerwehrfahrzeuge und ein Rettungshubschrauber verwandelten die sonst so stille Gemeinde Handeloh in ein riesiges Feldlazarett. Notärzte und Sanitäter spritzten Beruhigungsmittel, verabreichten Sauerstoff, starteten Herzmassage, legten Verbände an.

Um ihr Bewusstsein zu erweitern, hatten Seminarteilnehmer mit viel Flüssigkeit die illegale Substanz 2C-E geschluckt. Das Halluzinogen, in der Drogenszene auch als Aquarust bekannt, kann wie Speed oder Kokain Wahnbilder auslösen und verändert die Wahrnehmung von Farben und Geräuschen. Nebenwirkungen sind oft Atemnot, Schmerzen, Krämpfe und Herzrhytmusstörungen. Ausgerechnet Naturheilkundler mit dem Anspruch, Kranke ohne die vermeintlich giftigen Arzneien der Pharmaindustrie zu heilen, wurden ihren eigenen Prinzipien untreu und konsumierten synthetisch hergestellte Drogen aus dem Chemielabor. Selbst Homöopathen, die ihren Patienten millionenfach verdünnte Mittel verordnen, schluckten eine weitgehend unverdünnte Substanz, von der sie hätten wissen müssen, dass sie verboten ist. Ebenfalls dabei war eine Yogalehrerin, die Kurse auf Mallorca anbietet. Eine Ärztin, die im Internet mit „tiefenpsychologischer fundierter Psychologie“ wirbt. Ein Heilpraktiker, der ganzheitliche Krebsberatung offeriert. Personen, von denen sich Kranke die alternative Linderung ihrer Schmerzen erhoffen.

Das Tagungszentrum „Tanzheimat Inzmühlen“, der Schauplatz des Dramas, liegt versteckt zwischen uralten Bäumen, Wiesen und einem Moorbach. Stefka Weiland und Gabriele Fischer, die beiden Geschäftsführerinnen, ahnten nichts Böses, als die Heilpraktikerin Anja W. die Räume für ein Wochenendseminar buchte. Zusammen mit ihrem Ehemann Stefan S., hatte sie schon öfter Kurse in Handeloh geleitet. Nie gab es Ärger, im Gegenteil. Das Paar begrüßte die Gastgeber und die Kursteilnehmer stets mit herzlichen Umarmungen, Küsschen rechts, Küsschen links, alle hatten sich lieb.

Auch am fraglichen Freitagnachmittag schien alles wie immer. Zunächst wurde es ganz still. Plötzlich hörte Stefka Weiland, eine der beiden Geschäftsführerinnen, verstörende Geräusche. Furchtbare Laute, so ein Grunzen, Stöhnen, Kreischen. Auf der Wiese lagen Leute und schrien. Der Seminarleiter Stefan S. kratzte sich mit bloßen Händen das Gesicht blutig, stolperte ständig, fiel mehrfach hin. – Der Heilpraktiker S. R. wälzte sich wie wild auf einem Steinhaufen. – Die Heilpraktikerin W. lag in einem Graben und zitterte am ganzen Leib, wusste nicht, wo sie war. – Einige Personen bäumten sich trotz Tropf und Kanüle auf und wollten weglaufen; sie mussten von mehreren Helfern mit Gewalt festgehalten werden. – Ein Mann versuchte sich selbst zu verstümmeln.

Die Forschungschemikalie Libelle, die ähnlich wirkt wie LSD, kann bei Überdosierung zu schweren Komplikationen bis hin zum Tod führen. Wie diese gefährliche Substanz in den 2C-E-Vorrat geriet blieb ein großes Rätsel. Der Seminarleiter Stefan S. habe das Zeug gutgläubig erworben und von der brisanten Zumischung keinen Schimmer gehabt. Die Ärzte rätselten zuerst über die Ursache der Ausfälle. Lebensmittelvergiftung? Massenhysterie? Erst als „Tanzheimat“ Geschäftsführerin Gabriele Fischer mehrere Verpackungen mit der Aufschrift 2C-E auf einer Fensterbank entdeckte und Polizisten übergab, war der Fall klar. Deutlich wurde auch, welche Art Seminar geplant war: „Das dritte Auge öffnen“. Die Therapiemethode, mit der dieses Ziel erreicht werden sollte, heißt Psycholyse. Ihr Ansatz, dass nur mithilfe bestimmter Drogen besonders tiefe Schichten des Unterbewusstseins erreicht werden, ist noch umstritten.

Der Schweizer Psychiater Samuel Widmer gilt als einer der Erfinder der Psycholyse. In der Schweiz behandelte Widmer jahrzehntelang seine Patienten mit Substanzen wie Ketamin, Ephedrin und Mescalin sowie anderen psychedelischen Drogen. Sein Motto: Wer heilt, hat recht. Seine Anhänger verehren ihn als Heilsbringer, für seine Gegner war er ein gefährlicher Scharlatan. Als Widmer im Januar 2017 überraschend starb, hinterließ er zwei Frauen, elf Kinder und eine von ihm gegründete Kommune, die „Kirschblütengemeinschaft“. In der Gruppe, bestehend aus 200 Erwachsenen und Kindern, wird mit offenen Beziehungen experimentiert, Sexualität, Esoterik und Spiritualität spielen eine große Rolle, laut Darstellung geht es den Kirschblüten vor allem um „Selbsterkenntnis“.

Auch die Eheleute Stefan S. und Anja W., die das Drogenseminar in Handeloh leiteten sind nach Überzeugung der Staatsanwalt glühende Anhänger des Schweizer Gurus Widmer. Seminarleiter Stefan S. soll sehr häufig in der Schweiz gewesen sein, Widmer sogar assistiert und den Arzt als „ganz großen dieser Weltenzeit“ gelobt haben.

Die beiden Seminarleiter müssen nun mit einer Strafe rechnen und außerdem mit dem Verbot, Patienten zu behandeln. Beiden wurde in der Anklageschrift zunächst nicht nur das „unerlaubte Überlassen von Betäubungsmitteln zum unmittelbaren Verbrauch“ vorgeworfen, also die Abgabe des 2C-E-Cocktails. Sondern weitaus schlimmer, auch der unerlaubte Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge – ein Tatbestand, der mit Freiheitsentzug bis zu 15 Jahren bestraft werden kann. In einem Raum der „Tanzheimat“ fand die Polizei nämlich Vorräte von LSD, jener Modedroge, der seit Langem bewusstseinserweiternde Eigenschaften zugesprochen werden. Ob das Halluzinogen, das Psychosen und Depressionen auslösen kann, in Handeloh ebenso verteilt werden sollte wie das 2C-E, lässt sich nicht mehr aufklären. Einiges spricht dafür.

Bruno Schrep, Das dritte Auge (Auszug), ein Massenrausch von Heilpraktikern und Homöopathen endete mit einem Großaufgebot von Rettungskräften. Nun kommt der Seminarleiter vor Gericht, #DERSPIEGEL, Deutschland, 26/2017

 

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