Zwischen #Bürokratie, #Schule und #Familie. Das #Elend auffälliger #Schüler

Das mag die Schulleitung nicht

Das mag die Schulleitug nicht

Etliche Kinder gelten an deutschen Schulen als „Problemfälle“. Sie sind renitent, stören, stellen Lehrer bloß. In Extremfällen werden sie gewalttätig, verletzen sich und ihre Mitschüler. Andere ziehen sich zurück, versinken in Schweigen und Depressionen. Diese Kinder wechseln oft mehrmals die Schule, scheinen nirgends richtig hineinzupassen – weil Lehrer, Mitschüler oder deren Eltern das Verhalten für unzumutbar halten. Was dabei in der Regel unbeachtet bleibt: wie sehr diese Kinder leiden. Sie verhalten sich meist deshalb auffällig, weil sie mit den Bedingungen nicht klarkommen, den großen Klassen, dem Stillsitzen und den Lehrern, die ihre Schüler „zurechtbiegen“ wollen.

Es gibt Extremfälle wie den von Sebastian, 17, der über Monate gar nicht mehr zur Schule ging. Sebastian ist Asperger-Autist. Es irritiert ihn, wenn die Welt nicht nach klar ersichtlichen Regeln funktioniert. Liegt das Besteck nicht fein säuberlich aufgereiht neben  Sebastians Teller, ist das für ihn schwer zu ertragen. Und er reagiert sehr empfindlich auf Lärm. – Er hört sein Blut durch die Adern rauschen. Schon in der Grundschule fiel er auf. War es ihm zu laut, rannte er aus der Schule und blieb erst vor dem Elternhaus stehen. Ab der fünften Klasse besuchte er eine Stadtteilschule. Immer wieder musste seine Mutter ihn vorzeitig abholen, weil er einen „schwierigen Tag“ hatte. Auch wurde er einmal für einige Tage vom Unterricht ausgeschlossen. Als er kurze Zeit später beim Rauchen einer E-Zigarette erwischt wurde, kam es zum Streit mit der Schulleitung. Daraufhin litt er an Bauchschmerzen, übergab sich nächtelang. Ein Arzt diagnostizierte psychosomatische Beschwerden.

Es gab Übergangslösungen für Sebastian. Viele Angebote erschienen seinen Eltern unpassend: Sebastian wechselte probehalber in die Autistenklasse eines Gymnasiums, wo er aber nicht bleiben konnte, weil er keine Empfehlung für das Gymnasium hatte. Er besuchte eine weitere Stadtteilschule, wo er in einer Art Wahlkabine sitzen sollte, um ihn von Reizen aus der Umgebung und von anderen Kindern abzuschirmen. Nach dem ersten Schultag kam Sebastian aufgewühlt nach Hause. Ähnliches Leid hatte er schon einmal erfahren. Seine Eltern wollten ihm das nicht wieder antun. Für Sebastian folgten lange Phasen der Leere, in denen er zu Hause saß.

Die Schulbehörde  verweist auf die zahlreichen Unterstützungsangebote für Kinder mit Verhaltensstörung. Ein Problem sei, dass Eltern heute stärker als früher auch öffentlich verlangten, die Schule solle die Probleme ihrer Kinder lösen. Manchmal sind die Probleme der Kinder mit denen der Familie eng verzahnt. – Aus psychologischer Sicht sind die Gründe für Schulprobleme und Verhaltensauffälligkeiten von Kindern völlig verschieden. Einige Eltern vermitteln ihren Kindern zum Beispiel nicht mehr, dass sie Regeln respektieren und auch mal Frust aushalten müssen. Auch Lehrern fällt es manchmal schwer, angemessen auf Kinder einzugehen, die unter Depression, Ängsten, Verhaltensstörungen oder anderen psychischen Problemen leiden. Einander die Schuld an der Misere zuzuschieben bringt jedoch keine Lösung.

Die Mutter einer deutsch-finnischen Familie hat einen zehnjährigen Sohn Antti. Dieser gilt als hochsensibel. Er reagiert besonders stark auf das, was um ihn herum passiert. Ist es ihm zu chaotisch oder zu laut, ist er schnell überfordert. Antti hat zunächst eine Grundschule mit einem besonderen Lernkonzept besucht. Ihr Sohn hat dort wahrscheinlich nichts gelernt. Wenige Monate nach der Einschulung haben die Lehrer den Eltern einen Schulwechsel nahegelegt. In der neuen Schule, einer Waldorfschule, ist Antti von Anfang an ins Abseits geraten. Nach zwei Monaten haben ihn Mitschüler von der Schaukel geschubst. Nach vier Monaten packten sie ihn zu dritt. Ein vierter Junge hat Antti einen Zahn aus dem Mund geschlagen. Die Familie suchte zum dritten Mal innerhalb eines Jahres nach einer passenden Schule. Doch wirklich fündig wurden die Eltern in ihrer Umgebung nicht. Der Junge könne ja Kopfhörer aufsetzen hat ein Schulleiter, den sie zum Erstgespräch trafen, vorgeschlagen.

Die Familie hat die doppelte Staatsangehörigkeit und außerdem ein Ferienhaus in Finnland, was dem Sohn einen Schulbesuch in Finnland ermöglichte. Vom ersten Tag war für Antti alles anders. Die Lehrerin hat den neuen Schüler in den Arm genommen, sie hat ihm gesagt, er sei ein toller Junge. So ergab sich für die Familie ein Kompromiss: Antti geht nun neun Monate in Finnland zur Schule. Dann nämlich, wenn seine Mutter Ferien hat und mit ihm in den Norden reisen kann. In der restlichen Zeit lernt Antti zu Hause in Deutschland. Sonntags schicken ihm seine finnischen Lehrer einen Plan mit den Aufgaben für die nächste Woche. Und dann rufen sie zwei-, dreimal pro Woche an.

Silke Fokken, Kristin Haug, Miriam Olbrisch, Wohin mit Sebastian? (Auszug), manche verhaltensauffällige Schüler gehen über Monate nicht zur Schule. Eltern, Lehrer und Behörden schieben sich gegenseitig die Schuld zu, #DERSPIEGEL, 6/2017, Bildung

Leserbrief, DER SPIEGEL, 9/2017:

Wann werden endlich Bildungskonzepte entwickelt oder übernommen, die nicht mehr den Schüler zwingen, sich einem System anzupassen, sondern vielmehr die individuellen Bedürfnisse, Interessen, Begabungen und Fähigkeiten der Kinder berücksichtigen, und hierzu entsprechende Ressourcen zur Verfügung gestellt? ————————————– Kido H.K. Hamburg

 

 

Über tuscade

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