#Fortschritte oder #IrrwegederMedizin?

Computertomografie

Computertomografie

Die medizinische Wissenschaft hat in den letzten Jahrzehnten

so ungeheure Fortschritte gemacht,

dass es praktisch keinen gesunden Menschen mehr gibt.

Aldous Huxley (1894 bis 1963)

Es ist, wie es der Science-Fiction-Autor Huxley vorhergesehen hat: Im Magnetresonanztomografen (MRT) bleibt so gut wie keiner ohne Makel. Eine erste Zwischenbilanz von Medizinern in Greifswald ergab: In 2.500 Probanden zeigte der Tomograf 13.455 Befunde: vorgewölbte Bandscheiben, Blutungen, Schlaganfälle, Knoten, Schatten, Zysten. Was die Auffälligkeiten genau bedeuten, können die „Ship“-Forscher („Study of Health in Pomerania“) oftmals nicht sagen. Aber 1.052 dieser Befunde in 787 Probanden hielten sie für klinisch bedeutsam und empfahlen weitere klinische Maßnahmen. Natürlich hat die Bilderflut schon etlichen Patienten geholfen. Die Teilnahme an der „Ship“-Studie hat dem einen oder anderen Teilnehmer wohl das Leben gerettet. Doch in dem Maße, in dem die Technik sich in den vergangenen Jahren verbesserte, stieg die Abhängigkeit der Ärzte von dieser Art der Untersuchung. Viele lassen lieber schnell ein Bild machen und vergessen darüber die Kunst, die Diagnose zu stellen. – Doch wenn das Knie mal schmerzt und der Arzt ein MRT-Bild machen läßt, dann kann das Unheil seinen Lauf nehmen. Der Arzt findet das eingerissene Hinterhorn und hat dann Grund genug, eine Kniespiegelung durchzuführen. Häufig war das eingerissene Hinterhorn gar nicht die Ursache der Schmerzen – und der Eingriff am Knie überflüssig.

Mehr als 90 Prozent aller Menschen, die älter als 40 Jahre sind, haben kleine oder mittlere Bandscheibenvorfälle. – Auch das belegen die MRT-Daten. Die Ergebnisse aus der „Ship“-Studie belegen klarer als jede Studie zuvor, wie riesig der Schatz der Anomalien ist, die der menschliche Körper hervorzubringen vermag. Besonders viele Auffälligkeiten fanden sich im Kopf, in den Harnwegen, im Bewegungsapparat sowie in den Bauchorganen.

Die Forscher teilten die Befunde in Kategorien ein. Diagnosen wie Blutungen im Schädel oder Gehirntumor erforderten eine schnelle Abklärung. 12.403 der insgesamt 13.455 Befunde wurden als Normvarianten ohne klaren „Krankheitswert“ eingestuft. Diese wurden den Probanden erst gar nicht mitgeteilt, um sie nicht zu verunsichern. 1.052 Befunde von 787 Probanden wurden als medizinisch bedeutsam eingestuft. Darunter größere Gewebsveränderungen an der Leber oder Brust, Geschwülste in der Niere oder Lunge, bestimmte Zysten im Eierstock, ballonförmige Wandausbuchtungen von Blutgefäßen (Aneurysmen) in Kopf oder Bauch, Engstellen der Halsschlagader. Die Medizinforscher schickten den betroffenen Patienten nach einigen Wochen jeweils einen Brief, in dem sie die betreffenden Anomalien knapp beschrieben und Ratschläge zur weiteren Abklärung gaben. Bei etlichen Probanden löste der Brief einen Schock aus. Kaum hatten sie den Befund erhalten, sind die Probanden verstärkt zum Arzt gegangen. In den folgenden Untersuchungen haben sich viele Sorgen glücklicherweise als unbegründet erwiesen. Denn im Vergleich zu Testpersonen, die keine MRT bekommen hatten, war die Krebsrate der untersuchten Probanden so gut wie nicht erhöht.

Nun wird überlegt, wie man die Probanden schonender über Zufallsfunde aufklären könnte. Für Leute, die zum Arzt müssen, haben die MRT-Daten zwei Botschaften. Es ist normal, Anomalien zu haben. Und zweitens: Jeder sollte sich gut überlegen, ob er wirklich über jede kleine Delle in seinem Körper Bescheid wissen will.

Jörg Blech, Die eingebildeten Kranken (Auszug), Medizin, Bizarre Knoten, seltsame Schatten, – Ärzte durchleuchten gesunde Menschen und finden in deren Körper überraschend viele Anomalien. Alles pathologisch, alle Patienten? Über eine Heilkunde, die zu viel sieht und zu wenig versteht, Wissenschaft, #DERSPIEGEL, Seite 116 – 118, 50/2016

DER SPIEGEL, 52/2016, Leserbrief, Als Patient entmündigt. – Solange die Bereitschaft zu Schadensersatzklagen aufgrund unerwünschten Krankheitsverlaufs bei Patienten und Rechtsanwälten so groß ist, wäre ich ja blöd, Befunde zu verschweigen oder zu bagatellisieren. Dr. M.B. FA Orthopädie, Wetzlar (Hessen)

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INTERNATIONAL VERSION OF PROFILE:
Tuscade, born 23 November 1939, Brno, Czech Republic. – Academic Librarian. – Son of Reinhold and Hanna Luise Willamowski. – Married Sibylle Zwirner. – 2 sons, 1 daughter. – Education: Degree in Physics. – Appointments: Captain, German Airforce, 1961-62, – Teacher Hamburg, Germany, 1966-70, – Information Broker, Universität der Bundeswehr/Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg, 1966-2004. – Influence: Interest in Referencing (Library), Prof. Dr. Adolf Knappwost (German) , Randolph E. Hock. Ph.D. (American) – Creative Works, Achievements include: Invention of semipermeable membranes for reserve osmosis.(Physical Chemistry), – Deutsches Patentamt: DAS 25 52 282 of 18.08.1977, – Personal Interests include Information Brokering, Web Searching, Website Developing, Gardening. – Honors and Awards: Listed in Who’s Who in the World, – 2000 Outstanding Intellectuels of the 21 st Century. – Nominated for: THE CAMBRIDGE CERTIFICATE for Outstanding Educational Achievement, 13 th November 2015, – HONORARY PROFESSOR of EDUCATION, 22 nd January 2016, The International Biographical Centre. – Personal Philosophy: Respect all Living. Be an Example to Your Children, Care for them, Give plenty of Love, but be hard of the Wicked, Train Yourself in Thinking, Work with Devotion, Because it Make You Happy, Fear Death if You have lived as a Villain, but not if otherwise. –
–The psychological descriptions are only some hints to the facts. Please contact to experts, if you need so. I taken’t any reponsibilities. And I also don’t try to raise any cash through my blog.–
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