Arme #Sau, krankes #Huhn

pe001Wird eine Nutztier-Sau aggressiv – fängt sie an zu beißen, zu toben, zu treten, – kommt sie sofort zum Schlachter. Widerborstigkeit soll nicht weiter vererbt werden, das würde die Stallabläufe stören. Die moderne Sau muss duldsam sein. Nie im Leben verspürt sie natürlichen Boden unter den Klauen, nur selten sieht sie Tageslicht, und nie wird sie erfahren, wie sich ein Schweinsgalopp anfühlt, bei dem die Ohren fliegen. Um die eingekerkerten Sauen leben ihre Ferkel, zehn bis zwölf meist. Sie kommen an die Zitzen ihrer Mutter, können sich durch das Gitter hindurch aber nicht an ihr wärmen. Sie kauern unter Rotlichtlampen. Gerade geboren, lernen sie den Schmerz kennen. Mit einem glühenden Schneidegerät wird ihnen der Ringelschwanz abgetrennt, dann werden ihnen die Mäuler aufgezwängt und die noch winzigen Eckzähnchen abgeschliffen… Alles ohne Betäubung.

Die Bauern wüssten seit Langem, was faul sei in den Ställen, sagt Matthias Wolfschmidt, der Geschäftsführer bei der Verbraucher-Organisation Foodwatch. Er erinnert sich, dass schon in seiner Studienzeit in den Achtzigern offen über die sogenannten Produktions-Krankheiten der Nutztiere gesprochen wurde. Krankheiten, die durch nicht tiergerechte Haltung, Überzüchtung und Überforderung der Tiere entstehen. Nun hat der Tierarzt ein aufrüttelndes Buch geschrieben. „Das Schweinesystem: Wie Tiere gequält, Bauern in den Ruin getrieben und Verbraucher getäuscht werden“*. Darin räumt Wolfschmidt auf mit der Mär, dass nur ein gesundes Tier Leistung bringe. „Viele Produkte, die wir essen, stammen von kranken Tieren“, sagt er. Sie sind das Resultat einer gnadenlosen Tierqual-Ökonomie. Kühe beispielsweise geben alles, um Milch für ihr Kalb zu produzieren. Zu diesem Zweck aktivieren sie nach dem Gebären ihre letzten Energiereserven. In der Hochleistungs-Produktion haben sie allerdings kaum Zeit, sich davon zu erholen, und geraten innerhalb weniger Jahre an den Rand der Erschöpfung. Dann fällt die Leistung, die Fruchtbarkeit nimmt ab… Kuh lohnt sich nicht mehr. Im Alter von durchschnittlich fünfeinhalb Jahren kommt das Tier, das eigentlich 20 Jahre alt werden kann, zum Schlachter.

Auch in der Schweinehaltung gilt, dass vieles, was so lecker in den Fleischtheken ausliegt, von kranken gequälten Kreaturen stammt.

Es ist ein Bild des Jammers, das Huhn als einen Rohstofflieferanten zu sehen. Die meisten schaffen es nur Dank Antibiotika überhaupt zu überleben. Sie haben Geschwüre an Brust und Füßen. Sie leiden unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, an Herz- und Leberschäden. „Gezüchtete Krüppel“ nennt der Tierschutzbund die Hähnchen und Puten, die sauber eingepackt im Superregal locken. Ihr elendes Leben bringt dem Mäster am Ende sechs Cent Gewinn. – Die Legehennen haben es auch nicht besser erwischt. Sie enden nach über 300 Eiern und 15 Monaten Lebenszeit als ausgelaugtes Suppenhuhn. Für die Eierschalen ziehen sie Kalzium aus dem Körper, was ihre Knochen so zerbrechlich macht wie Glas. In Bodenhaltung sterben zehn bis zwölf Prozent der Hühner bereits im Stall, so die Untersuchung mehrerer Universitäten von 2010 bis 2012.

Ein echtes Potenzial, die Gesundheit und Haltung der Tiere zu verbessern hätte die Initiative Tierwohl. Der Einzelhandel, aufgeschreckt von der sinkenden Akzeptanz seiner tierischen Produkte, bot erstmals in der Geschichte den Bauern Geld für eine bessere Tierhaltung an. Ausgerechnet die Lidls und Aldis, Rewes und Edekas, Nettos, Pennys und wie sie alle heißen, die unablässig die Preise für Agrarprodukte drücken, wollten auf einmal Geld für tiergerechte Haltung ausgeben.

Das entscheidene Kriterium dürfte nicht der weiche Begriff „Tierwohl“ sein, sondern die Tiergesundheit, schlägt Wolfschmidt vor. Die Zahlen werden bereits dokumentiert, denn die Schlachthöfe führen Buch über kaputte Schweinelungen, entzündete Rindermägen, kranke Euter, infizierte Hühnerkrallen. Sie sehen an den Organen der Tiere, wie diese gehalten wurden… Für den Verbraucher würde eine bessere Tiergesundheit bedeuten: Der Preis für tierische Produkte steigt. Im Gegenzug könnten sie guten Gewissens genießen. Dafür, dass sich auch arme Menschen Fleisch leisten können, muss die Sozialpolitik sorgen, nicht die Agrarpolitik. Der Hartz-4-Regelsatz müsste dann entsprechend angehoben werden.

Den Nutztieren ein akzeptables Leben und einen schmerzlosen Tod zu bieten, ist das Mindeste, was man ihnen schuldet.

*Matthias Wolfschmidt: „Das Schweinesystem, wie Tiere gequält, Bauern in den Ruin getrieben und Vebraucher getäuscht werden“. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 240 Seiten; 16,99 Euro. Erscheint am 23. September.

Michaela Schießl, Die Trauer der Schweine (Auszug), Landwirtschaft, Tierwohl ist in aller Munde, doch was wir essen stammt oft von kranken Rindern, Schweinen Puten und Hühnern. Die Politik kennt die Zustände – und verweigert die längst überfällige Wende in der Nutztierhaltung, DER SPIEGEL, Wirtschaft, 38/2016

 

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Tuscade, born 23 November 1939, Brno, Czech Republic. – Academic Librarian. – Son of Reinhold and Hanna Luise Willamowski. – Married Sibylle Zwirner. – 2 sons, 1 daughter. – Education: Degree in Physics. – Appointments: Captain, German Airforce, 1961-62, – Teacher Hamburg, Germany, 1966-70, – Information Broker, Universität der Bundeswehr/Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg, 1966-2004. – Influence: Interest in Referencing (Library), Prof. Dr. Adolf Knappwost (German) , Randolph E. Hock. Ph.D. (American) – Creative Works, Achievements include: Invention of semipermeable membranes for reserve osmosis.(Physical Chemistry), – Deutsches Patentamt: DAS 25 52 282 of 18.08.1977, – Personal Interests include Information Brokering, Web Searching, Website Developing, Gardening. – Honors and Awards: Listed in Who’s Who in the World, – 2000 Outstanding Intellectuels of the 21 st Century. – Nominated for: THE CAMBRIDGE CERTIFICATE for Outstanding Educational Achievement, 13 th November 2015, – HONORARY PROFESSOR of EDUCATION, 22 nd January 2016, The International Biographical Centre. – Personal Philosophy: Respect all Living. Be an Example to Your Children, Care for them, Give plenty of Love, but be hard of the Wicked, Train Yourself in Thinking, Work with Devotion, Because it Make You Happy, Fear Death if You have lived as a Villain, but not if otherwise. –
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