#Rezensionen. Die #KunstdesLiebens.

Erich Fromm, Psychologe und Philosoph, wird am 23.März in Frankfurt am Main geboren. Im Jahre 1933 emigriert er in die USA, wo er an Universitäten lehrte und eine psychologische Praxis betreibt. In einem Alter von achtzig Jahren stirbt er in Locarno in der Schweiz..

–Sein Buch, die Kunst des Liebens, erschien zuerst 1956 in New York. Es handelt von der Liebe im 20. Jahrhundert in unserer westlichen Welt. Fromm beschreibt nicht nur das, was Liebe nicht ist, sondern vor allem, was er unter Liebe, echter Liebe, versteht. In der Kunst des Liebens stellt er hohe Ansprüche.

–Er erarbeitet unterschiedliche Merkmale von Mann und Frau, die für ihn in der Liebe von Belang sind: Beim Mann herrschen demnach Wesenseigenschaften wie Führungswille, Aktivität, Disziplin und Abenteuerlust vor. Die Stärken der Frauen liegen vor allem in Eigenschaften wie Beschützen- und Helfenwollen, Sinn für Realismus, Geduld und Mütterlichkeit. In der Realität liegen solche Idealeigenschaften allerdings selten rein vor.

–In der Teenager-Liebe sieht er im Augenblick des Einswerdens der jugendlichen Partner eines der freudigsten und erregendsten Erfahrungen im Leben eines Menschen. Endlich wird eine allzu lang gehegte Sehnsucht erfüllt. Eis schmilzt zwischen Menschen, die sich früher fremd waren. Oft sind die Erwartungen und Hoffnungen beider aber viel zu hoch und alles erlischt abrupt wie ein Strohfeuer. Es bleibt die Erinnerung an eine zauberhafte Zeit.

–Zwischen Eltern und Kind überwiegt in den ersten Lebensjahren des Nachwuchs eine bedingungslose Liebe der Mutter. Sie hat ein feines Gespür für das, was dem Kind gut tut. Das Kind braucht Hilfe, die Mutter gibt sie ihm. Vom sechsten Lebensjahr an kommt allmählich die Vaterliebe zusätzlich ins Spiel. Diese muss erst erworben werden. Sie fordert Autorität und gibt Lenkung. Damit ist sie von Bedingungen abhängig. Auch hier handelt es sich um Grenzfälle, die gewissen Schwankungen unterworfen sind.

–In der erotischen Liebe, bei der sich die Partner „abgöttisch“ lieben und niemanden sonst lieben, sieht Fromm eine „Einsamkeit zu zweit“. Diese Art von Liebe ist hauptsächlich „gefühlt“. Und Gefühle können bekanntlich wieder abflauen.

–Sich selbst zu lieben, sich selbst zu mögen ist im Sinne Fromms etwas Gutes. Selbstliebe und Liebe zu anderen bedingen sich gegenseitig. Gemäß „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ist Liebe zu seinem Selbst untrennbar mit der Liebe zu anderen verbunden. Wer allerdings selbstsüchtig nur andere lieben kann, der kann gar nicht lieben.

–Den Kernpunkt der Frommschen Überlegungen bildet sein Blick auf die westliche Gesellschaft Anfang der 50er Jahre. Die Liebesfähigkeit eines Menschen wird von der Kultur, in der er aufwächst, geprägt. Diese Kultur misst sich allerdings an der Lust am Kaufen. Hier reguliert der Markt sämtliche wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Belange. Dabei geht es um ein für beide Seiten annehmbares Tauschgeschäft. Die Wertschätzung materieller Dinge liegt höher als alles andere  z.B. menschliche Arbeitskraft. Das wird noch verstärkt durch Arbeitsteilung, die dem einzelnen Unabhängigkeit und Individualität nimmt, ihn austauschbar macht. Der einzelne Mensch passt sein Handeln, Denken und Fühlen der Gesellschaft an. Er geht mit ihr konform. So kann er sein Verlangen nach Sicherheit stillen. Dieser „Marketing-Charakter“spiegelt sich auch in der Liebe wider. Zwei Menschen verlieben sich ineinander in Gewissheit, das beste Objekt gefunden zu haben.

–Somit wird der Zerfall der Liebe in der zeitgenössischen(Jahr 1956) kapitalistischen Gesellschaft besiegelt. Hierzu werden einige Beispiele beschrieben, wobei auch Formen des Masochismus und Sadismus nicht zu kurz kommen. Neurotische Arten der Liebe erwachsen wiederum aus übermäßiger Mutter- oder Vaterbindungen. Die Götterliebe(Liebe  zu Gott) sei ebenfalls vom Verfall betroffen. So gilt in der marktorientierten Gesellschaft  als Geheimtipp „Gott zu lieben, um erfolgreich zu sein“.

Karl-Heinz Jakob "Junges Paar"

Karl-Heinz Jakob
„Junges Paar“

–Was jeder einzelne tun kann, um seine Liebesfähigkeit zu verbessern wird im letzten Kapitel beschrieben. Liebe gilt als eine persönliche Erfahrung, die jeder nur für sich allein gewinnen kann. Praktische Voraussetzungen begünstigen das Bemühen. Disziplin und Ausdauer stehen dabei ganz vorn. Auch Konzentration ist angebracht. Nicht über Heut und Morgen nachzudenken, sondern im Hier und Jetzt zu bleiben beim Schreiben, Lesen, Spazierengehen oder Musikhören. Auch Geduld ist angesagt. Leider lernen wir schon in der Schule alles schnell zu erledigen. Kann so unsere innere Stimme wahrgenommen werden? Üben und kultivieren wir ein Gespür für andere und für uns selbst. Leider mangelt es uns an einer geistigen Elite(ausnahmen gibt’s)an Vorbildern. Filmstars, Kicker, Showmaster, Kolumnisten und andere Prominente der Öffentlichkeit sind nur ein schlechter Ersatz für „voll ausgereifte“ Persönlichkeiten im obigen Sinne.

–Menschen, eben Persönlichkeiten, – nicht als Entertainer  – können „Großes“ vollbringen. Man denke dabei an unleugbare Leistungen der Menschheit in der Vergangenheit und könnte außer Albert Schweitzer noch andere Namen nennen. Hier wurden Demut, Objektivität und Vernunft als menschliche Leistungen entwickelt, diese sind unteilbar wie die Liebe. Wenn es uns gelingt unsere Selbstsucht zu überwinden und uns einer geliebten Person vollständig hinzugeben, dann sind wir auf einem guten Weg, die Kunst des Liebens zu erlernen. Wir werden dann erkennen, Liebe ist zuerst ein Geben und nicht ein Empfangen.

–Erich Fromm, Die Kunst des Liebens, Weltperspektiven, Ullstein Materialien, Frankfurt/M , The Art of Loving, deutsch, Oktober 1980.

Über tuscade

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