Wenn das ganz normale Arschloch von nebenan zum Massenmörder mutiert. Ein moderner Spaß vermittelt den ganz besonderen Kick.

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-Das ist nichts für schwache Nerven. Hier geht es um Massenmörder und Terroristen.-
-Ein Selbstmörder ist ein Mensch ohne Hoffnung. Der hier beschriebene Killer vollbringt sein Werk begeistert, voller Freude. Er will gesehen werden, braucht die Öffentlichkeit. Er versteht sich als Heiler, will die Welt retten.
-Der Norweger Anders Breivik hat auch noch im Gerichtssaal pausenlos gelächelt. Darin zeigt sich der Triumph eines Killers. Morde zu feiern, das gab es in der Geschichte schon immer wieder: Ziemlich gegenwärtig sind uns die Verbrechen der SS, die der Roten Khmer in Kambodscha, die Kindersoldaten in Zentralafrika, die Hutu-Milizen in Ruanda, die IS-Leute im Irak und die Boko-Haram in Nigeria. Da gibt es Augenzeugen vom Lachen der Täter, vom Töten als Spaßfaktor. Ja, Du hast richtig gelesen – ein Lächeln des Teufels.

BEKENNTNIS
Er war nie ein Faschist.
Hat vom KZ nichts gehört.
Und an Röhm hat ihn immer Das Schwule gestört.
Doch wie das so ist:
Als PG numeriert, aber nicht tätowiert,
ist er hin und wieder im Braunhemd marschiert.
Doch dies hatte nichts mit Gesinnung zu tun.
Wirklich, rein gar nichts! Da war er immun.
Auch der Himmler war ihm als Spieler zuwider,
und er haßte die Baldur-von-Schirach-Lieder.
Und den „Stürmer“ hat er nicht einmal gelesen;
da ist er nur Zwangs-Abonnent gewesen.
Schließlich will man sich keinen Ärger bereiten
und heult mit den Wölfen in solchen Zeiten.
Auch „Mein Kampf“, der stand nur im Bücherbord
so quasi zur Tarnung. Gelesen? Kein Wort!
Tja, und dann wegen der Juden und all dem Kram
ist er aus zutiefst empfundener Scham
inmitten des Kriegs und im Abschwung des Siegs
sehr still nach tief innen emigriert.
Wo sich noch heut seine Spur verliert.
Glaubt mir, Leut, er war kein Faschist.
Er war als Mensch nur ein Opportunist.
(W.M.)

-Das Lachen von Anders Breivik drückt seine Freude aus, die direkt mit der Tat verbunden ist. Auch später im Prozess vor Gericht lächelt Brevik immer wieder, aber es ist nicht mehr das „Torjubel-Gelächter“ wie unmittelbar bei der Tat. Es ist eher ein abwehrendes Lächeln. Hier zeigt er seine vermeintliche Überlegenheit gegenüber den Richtern und Psychiatern.
-Der Autor erkennt darin zwei unterschiedliche Seiten beim Vorgehen des Mörders: Es vernichtet die Opfer und belebt die Täter. Der Killer tritt vor sich selbst „in den Status göttlicher Kriminalität“. Er lacht fortan erhaben über jede andere Gerichtsbarkeit. Damit trägt er somit auch keine persönliche Verantwortung.
-Dieser Einzeltäter ist kein Einzelgänger. Er fühlt sich als Teil einer über Europa verstreuten Armee von singulären, herausragenden Helden. Breivik sieht sich als Teil einer internationalen Bruderschaft, der „Knight Templars“, in deren Namen er sein Massaker verübt. Ohne diesen Überkörper wäre er ein Nichts. Ganz ähnlich berufen sich die Leute vom IS auf ihre Form des Glaubens, der man sich unterzuordnen hat.
-Die SS mordete im Namen der höheren Rasse, der IS im Namen Allahs, der Tempelritter im Namen des Christentums. Die Hutu in Ruanda beschimpften die Tutsi, die sie erschlugen, als Kakerlaken. In eigner Wahrnehmung ist der Faschist nicht krank, sondern großartig, kein Patient, sondern ein Heiler.
-Dem lachenden Täter liegt immer ein bis zu einem Grad zerstörter, gebrochener Körper zugrunde. Der Autor definiert jede Gewaltanwendung, jede Lebensform, die primär auf Gewaltausübung beruht, ob sie nun bis zum Töten geht oder nicht, als faschistisch. Der Täter benutzt eine Ideologie oder einen Glauben, um besser, schuldloser, mächtiger dazustehen.
-Das Mitglied der Gruppe will zeigen: „Wir sind unbesiegbar. Schließt euch uns an, wir sind die Weltretter“. Das Gelächter soll die Unverletzlichkeit des Täters nach außen zeigen. Gerade in einer Kampfsituation ist das Gelächter auch eine Abwehr der eigenen Angst. Den einen trifft der Tod, der Nebenmann fährt fort, den Tod zu bringen: Der tote Kamerad wird gerächt. Er marschiert „im Geist“ weiter mit und macht aus dem Weiterlebenden den lachend-heldenhaft Überlebenden.
–Romain Leick(Redakteur), Der Triumph der Killer, Im Gespräch(gekürzt) mit Kulturwissenschaftler Klaus Theweleit(Autor), DER SPIEGEL, Nr. 20, 9.5.2015, Seite 136.
–Klaus Theweleit: „Das Lachen der Täter, Breivik u.a., Psychogramm der Tötungslust“, Residenz Verlag, St. Pölten, 248 Seiten, 22,90 €.

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Ein Kommentar zu Wenn das ganz normale Arschloch von nebenan zum Massenmörder mutiert. Ein moderner Spaß vermittelt den ganz besonderen Kick.

  1. Blickpunkt sagt:

    Du, ich glaube, manchmal MÖCHTE man gar nicht wissen, wer da neben einem wohnt. Menschen können sooo unschuldig und harmlos scheinen…

    LG JanJan

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