Kriminelle Käfer im Mittelalter und böswilliger Papagei von heute.

–Im Mittelalter wurde auch Tieren der Prozess gemacht. Über Jahrhunderte waren solche Strafen in Europa üblich. Viele Dokumente belegen solche Fälle. In langwierigen Gerichtsprozessen mussten sich Tiere verantworten. Es ging um Mord, Blasphemie oder Erntevernichtung. Hunde, Schweine, Rinder, Ratten und auch Heuschrecken und Maikäfer wurden verklagt. Verteidiger wurden benannt, Zeugen bestellt. Hin und wieder wurden die Tiere selbst pro forma vernommen. Galten sie dann als schuldig, so folgte nicht selten die Todesstrafe. Die Übeltäter wurden geköpft, aufgehängt, verbrannt oder lebendig vergraben.
–In Basel verurteilte 1474 der Magistrat einen Hahn „für das abscheuliche und unnatürliche Verbrechen, ein Ei gelegt zu haben“. Die Kreatur endete auf dem Scheiterhaufen. – Und es gab auch andere Fälle: Spatzen, die fürs Zwitschern in der Kirche verurteilt wurden, oder ein Schwein, das am Galgen endete, weil es eine Hostie gefressen hatte.
–Manche Leute meinen heute, dies seien alles kuriose Winkelzüge humorvoller Advokaten. Nein, der größte Teil der Verfahren war  tatsächlich ernst gemeint. Damals war die Vorstellung von Recht und Gesetz eine ziemlich andere als heute gewesen. Ein Mischmasch aus Aberglauben, alttestamentlichen Geboten und der Philosophie des Altertums läßt die Tierprozesse plausibel erscheinen. Nach dem Motto: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Geschah „Unrecht“, so musste dieses ausgeglichen werden. So gewann der Kosmos wieder sein Gleichgewicht.
–Seinerzeit fehlte eine feste Grenze zwischen Tier und Mensch. Tieren wurde eine Seele zugebilligt. Durch den französischen Philosophen Rene Descartes wurde später ein mechanistisches Weltbild verbreitet und anerkannt. Nach diesem sind Tiere eher Automaten und nicht beseelte Wesen. Im Mittelalter bekamen Tiere jedenfalls einen „ordentlichen Prozess“, auch wenn einige schon damals die Tierprozesse nicht ganz ernst nahmen.
–…(Aus Dogmen werden „Wahrheiten“, wenn nur der Blickwinkel von Menschen oder Gruppen von Menschen weit genug eingeengt wird)….
–Gelesen im „Spiegel“.
Kriminelle Käfer, DER SPIEGEL, Nr.9, 21.02.2015, Seite 122.

PAPAGEI BEI DER POLIZEI:
Papagei
Ein Papagei ist von der Polizei in Indien wegen des Verdachts auf Beleidigung vorgeladen worden. Eine 75-Jährige beschuldigte ihren Nachbarn, seinen Papagei trainiert zu haben, sie zu beschimpfen. Ihr Stiefsohn sollte ihm dabei geholfen haben, beschwerte sich die Frau. Alle vier mussten auf der Polizeiwache erscheinen. Der Papagei aber hielt seinen Schnabel – und wurde daraufhin an die Forstabteilung übergeben, die ihn in die Wildnis entlassen sollte.
Titel: Zu Beleidigungen neigender Papagei muss zur Polizei, gelesen im Hamburger Abendblatt im August 2015.

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2 Kommentare zu Kriminelle Käfer im Mittelalter und böswilliger Papagei von heute.

  1. tuscade sagt:

    Ja, das kann ich gar nicht besser ausdrücken. Das ist Dir großartig gelungen. Danke.
    LG, Michael.

  2. Blickpunkt sagt:

    Tiere haben ja auch eine Seele lieber Michael. :yes:
    Nur im Gegensatz zum Menschen tun sie nie VORSÄTZLICH etwas böses, alles entspricht ihrer Natur und ihrem Instinkt.
    Aber die Justiz war UND IST schon immer absurd!

    Wünsche dir schöne Tage

    LG JanJan

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