#Biografien. Friedrich #Nietzsche. – Eine biographische Betrachtung.

Friedrich Nietzsche (1844-1900)

Friedrich Nietzsche (1844-1900)

Friedrich Nietzsche lebte von 1844 bis 1900. Er wurde als protestantischer Pfarrerssohn in Sachsen geboren. Der Vater starb früh. Die Mutter, eine Pfarrerstochter, Großeltern und zwei Tanten übernahmen die Erziehung. Nietzsche war ein naseweises, schwächliches Kind mit außergewöhnlichen Begabungen von feinsinniger Natur. Dessen war er sich durchaus bewusst. Zwei Persönlichkeiten begeisterten ihn schon in früher Jugend: R. Wagner, selbst ruhelos, mit seiner Musik – und Hölderlin als Freund des Alten Griechenlands. Auch Schopenhauers Philosophie übte Einfluss auf Nietzsche aus. Die lebensverneinende Haltung Schopenhauers hat Nietzsche anfangs geprägt, sie schlug später aber eher in das Gegenteil um. Im Laufe der Jahre wurde aus dem Altphilologen Nietzsche ein spitzfindiger Kritiker seiner Zeit. Erst Schwärmer, ist er zu einem Miesmacher des damaligen Wilhelminischen Reiches geworden. Die Spießer, das Bildungsphilistertum an den Universitäten und die Flachheit im Kulturleben seiner Zeit gingen ihm auf die Nerven.
Einst Professor für Altphilologie scheiterte Nietzsche am derzeitigen Universitätsleben. In seinen Veröffentlichungen geht es u.a. um moderne Moral, Sklaven- und Herrenmoral, Zerfall der frühen Werte und der Geburt eines Übermenschen. Einst „Gottsucher“ verliert Nietzsche den Glauben. Religionen, vor allem die christliche, lehnt Nietzsche ab. Frohe Botschaft und Nächstenliebe verlieren für ihn ihren Wert. Christliche Religion sei Religion der Kleinbürger, Schwachen, Schlechtweggekommenen und Mißratenen. Diese hätten in Europa über die Gesunden und Starken gesiegt.
Nietzsches Denken und Werk läßt sich kaum einem Stoffgebiet zuordnen. Für seine Aussagen wählt er meist eine Aphorismus-Form. Für mich ist Nietzsche ein Philosoph, Künstler und Psychologe in einer Person.
Das bekannteste Buch von F.N. ist „Also sprach Zarathustra“, – „Ein Buch für Alle und Keinen“. Dessen ersten Teil er in nur 10 Tagen verfasste. Der ungewohnte Stil und die radikalen Ansichten irritierten auch seine letzten Freunde, die ihm nach dem Bruch mit Wagner und Schopenhauer noch geblieben waren. Es ist kein Wunder, dass sich Nietzsche einsam, unbeachtet und unverstanden fühlte.
Wegen seiner Krankheiten gab Nietzsche schon 1879 mit 35 Jahren seine Lehrtätigkeit in Basel auf. Als Staatenloser reiste er von Kurort zu Kurort. Er führte ein Wanderleben. Seine Leiden verschlimmerten sich zusehends. Einige Jahre vor seinem Tode verfiel er in völlige geistige Umnachtung. Seine Mutter, die ihn gern als Theologen gesehen hätte, pflegte Nietzsche bis zu ihrem eigenen Ableben. Danach pflegte ihn seine Schwester.
Auf Grund seiner Ausbildung galt Nietzsche anfangs als klassischer Philologe. Seine Werke formten ihn zu einem außergewöhnlichen deutschen Philosophen, auch wenn er einseitig, widersprüchlich und eher unsystematisch ist. Musikalische Kompositionen und seine ergreifenden Gedichte gehören weiterhin zu seinem Spektrum. Als angesehener Philosohp wird Friedrich Nietzsche in der ganzen Welt beachtet. Trotz des pessimistischen Lebensgefühls gibt es Nietzsche-Fans in allen Ländern. Diesem Weltruhm konnte er Zeit seines Lebens nicht mehr gewahr werden.

In seinem Erfolgs-Roman „Und Nietzsche Weinte“ von 1992 ( 92 Jahre nach Nietzsches Tod ) stellt ein Amerikaner mit russischen Wurzeln Irvin D. Yalom den Auslöser für Nietzsches Tragödie, seine unerwiderte Liebe zu Lou-Andreas Salome, dar. – Aber schon im Jahre 1925 ( 25 Jahre nach Nietzsches Tod )  beschrieb Stefan Zweig* das Dämonische in Nietzsches Leben und Werk:

Nietzsches Einsamkeit. Nietzsches Einsamkeit heißt besser Alleingelassen zu sein. Ihm bleibt letztendlich weder Gott noch Mensch. Kein Verleger interessiert sich für seine Bücher, kein Leser. Nietzsche ist seiner Zeit, seinem Hier und Jetzt, fremd geworden. Er wartet vergebens auf Antworten von draußen. Schlussendlich feiert er sich selbst, ihn, den niemand feiert.

Nietzsches Schaffenskraft. Wie von Dämonen getrieben schafft Nietzsche vor seinem Zusammenbruch Werk um Werk. Er schreibt unter ständiger Hochspannung. Sein Blick umfasst ungeheure Zeiträume im Vergangenen und im Zukünftigen. – „Der Zarathustra befiel mich“ / „Eine Entzückung, deren ungeheure Spannung sich mitunter in einem Tränenstrom auslöst“ –  Ein höchster Grad an Klarheit begleitet von einem höchsten Grad des Rausches. Nie war er klarer und wahrer als in seinen letzten Stunden. Der Grenzenlose erkennt seine Grenzen nicht mehr. Er, das Untier, der Gekreuzigte, der Antichrist, Dionysos.

Nietzsches Freiheitsdrang. Tritt man in seine Bücher atmet man eine einzig durchsichtige, messerscharfe Luft. Eine Luft für starke Herzen und freie Geister. Der Geist braucht von Zeit zu Zeit einen dämonischen Menschen, dessen Übergewicht sich auflehnt gegen die Gemeinschaft des Denkens und die Monotonie der Moral. Denn nur an tragischen Naturen werden wir der Tiefe des Gefühls gewahr. Man sieht frei in seiner heroischen Landschaft. (Stefan Zweig *) – Nietzsche konnte die entsetzliche Katastrophe unserer Kultur nur verkünden und nicht verhindern.  

Friedrich Nietzsche 1882

Friedrich Nietzsche 1882

Stefan Zweig, Die Baumeister der Welt, Versuch der Typologie des Geistes, Insel Verlag, Leipzig, 1925

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4 Kommentare zu #Biografien. Friedrich #Nietzsche. – Eine biographische Betrachtung.

  1. Der Artikel und der Blog gefallen mir. In meiner Freidenker Galerie habe ich viele Zitate von Friedrich Nietzsche. Über euren Besuch würde ich mich freuen.
    http://www.freidenker-galerie.de

  2. tuscade sagt:

    Danke für die lieben Kommentare. Friedrich Nietzsche hat mich seit meiner Schulzeit immer wieder beschäftigt.

  3. Bergstr13 sagt:

    Wirklich sehr anschaulich und interessant!

  4. FeaKaDELLA sagt:

    Danke für diese hilfreiche biographische Betrachtung. Die Person ist ebenso interessant wie die Ideen, die diese Person in die Welt setzte Danke für den Anstoß

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