#GRUNDGESETZ FUER DIE #BUNDESREPUBLIK #DEUTSCHLAND – Ein wahres #Meisterwerk!

DER 200. EINTRAG FÜR MEINE BLOGGER-GEMEINDE: —————— Verehrung und Anbetung werden auf Knopfdruck zum Jahrestag des Grundgesetzes fällig. Wie eine Monstranz tragen wir strahlend und stolz Grundwerte vor uns her. Aber stehen Volk und Parteien wirklich zur Gänze hinter den Grundwerten der Verfassung? Nein! Die Wirklichkeit einer Unterwerfung unter die verfassungsrechtliche Werteordnung des Grundgesetzes, wie sie der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, einfordert, bildet keine gelebte Realität.

In der Praxis wird die Würde des Menschen zu häufig angetastet. Vereinigungen, die sich gegen den Gedanken der Völkerverständigung richten, sind nicht verboten. An manchen Stellen dient der Gebrauch von Eigentum nicht dem Wohle der Allgemeinheit, sondern ausschließlich dem Wohle des Eigentümers. Das Grundgesetz also bitte nicht nur an den Feiertagen aus dem Bücherregal holen, um es abzustauben. Es muss zum gelebten Alltag werden. Die durch die Verfassung gezogenen Grenzen verdienen Vollzug in Schärfe. Da dürfen auch alle mitmachen: Volk und Parteien. Jörg Riebartsch, Ostthüringer Zeitung

#Hamburger -Abendblatt, Donnerstag, 23. Mai 2019, Politik

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Jack Mingo: Die #Weisheit der #Bienen, Erstaunliches über das wichtigste #Tier der #Welt – Eine #Rezension

Wabe in einem Bienenstock – 1. Mit Honig verschlossene Zellen, 2. Verschlossene Zellen mit Larven und Puppen, 3. Zellen mit Eiern

Jack Mingo findet seinen Weg zu den Bienen und zu der Bienenhaltung. Er zeigt Verantwortung für mehr als eine halbe Millionen Bienen. Und bringt mit seinem Buch* Erstaunliches an die Öffentlichkeit: Eine Biene liefert in ihrem Bienenleben 1 bis 2 Teelöffel Honig, – wenn sich Bienen aneinander reiben, dann laden sie sich elektr0statisch auf, – wenn sie an vergorenen Früchten naschen, verlieren sie leicht das Gleichgewicht – auch Bienen erleiden Haarausfall, – und Elefanten gehen Bienen lieber aus dem Weg. Mit diesen Beobachtungen und Erkenntnissen versetzt Jack seine Leser immer wieder in Erstaunen und in Begeisterung. Bienen haben sogar eine eigene Sprache entwickelt: Durch sogenannte Schwänzeltänze können sie den Ort einer Futterquelle an ihre Artgenossen vermitteln. Und das geschieht einfach durch Flügelschläge. Genau wie seine Bienen gerät Jack hin und wieder ins Schwärmen. So ist er begeistert von dem Gold des frischen Honigs und vom „Gesang“ der Bienen.

– noch blühen sie

Wie Du, lieber Blogger, vielleicht schon gespürt hast ist Mingos Buch* kein Fachbuch über die Imkerei. Obwohl sich schon das vorbildliche Sozialverhalten der Bienen erahnen lässt. Man wird hier mit viel Humor und Begeisterung mit originellen Vorgängen im Bienenstock vertraut gemacht.

– wir vernichten, was uns inspiriert…

Leider, und wie es die Zeit erfordert, kommen ernste Themen in dem Buch* zu ihrem Recht: Damit ist das Bienensterben und die Bedrohung durch Parasiten gemeint. – Auch durch den Menschen und sein verantwortungsloses Eingreifen in die Natur ist die Biene weltweit bedroht.

Im SPIEGEL werden Aspekte von Mingos Buch* aufgegriffen und vertieft:

Der Titel: Weisheit des Verzichts

Nicht weniger als eine neue Ethik und ein neues Menschenbild sind notwendig, um die Krise der Natur zu bewältigen. Wir vernichten, was uns ernährt, was uns Schutz bietet, was uns inspiriert – kurz, was uns am Leben erhält: Solche Sätze kennzeichnen das düstere Bild unserer Biosphäre: Zwischen einer Millionen und einer halben Millionen Arten sind vom Aussterben bedroht. Ein Viertel aller katalogisierten Arten sind vermutlich schon verloren. Grund für diese verhängnisvolle Entwicklung ist der rasant ansteigende Verbrauch von Nahrung, Wasser, Energie und sonstigen Ressourcen. Das ungebremste wirtschaftliche Wachstum und eine immer weiter steigende Zahl an Menschen bringen die Welt an ihre Belastungsgrenze. Die Natur geht zugrunde – und der Mensch nimmt den Niedergang mit erstaunlichem Gleichmut zur Kenntnis.

– was uns ernährt…

Unser Leben basiert auf den Leistungen natürlicher Systeme. Dort, wo diese Systeme zusammenbrechen, wo der Boden und seine Organismen, die Pflanzen und ihre Bestäuber verschwinden, verliert die Erde die Fähigkeit, Nahrung zu produzieren und Leben zu erhalten. – Der Schaden an der Biosphäre ist schwer zu beheben. Technologische Lösungen wird es hierfür kaum geben. Dafür sind die natürlichen Systeme viel zu komplex. Um die Vielfalt zu retten bedarf es deshalb eines umfassenderen Wandels. Wir brauchen eine Revolution im Denken und Handeln. – Das westliche Wertesystem wird von der tief sitzenden Überzeugung beherrscht, dass der Mensch ein allen anderen Geschöpfen überlegenes Wesen sei. Er dürfe die natürlichen Ressourcen nach Belieben ausbeuten.- Zudem ist die Entkopplung des Menschen von der Natur auch tief in der christlich-abendländischen Tradition verwurzelt.

allem Lebendigem Platz einräumen..

Wer sich jedoch der Natur überlegen fühlt, wird blind gegenüber der Weisheit der Beschränkung. Reduzieren und Zurückweichen wäre der weitsichtigste Pfad vorwärts. Das heißt: Es gilt, weniger Nahrung, weniger Wasser, Energie und Materialien zu verbrauchen und der Natur mehr Raum zu lassen.

Es ist nicht einfach nur schön, die Natur zu haben; sie hat fundamentale Bedeutung für uns. Würde denn eine neue Ethik, die dem Menschen mehr Ehrfurcht vor den Menschen abverlangt, wirklich Verzicht bedeuten? In einer Welt, in der Fortschritt Lebensqualität umfassender definiert werden als durch Umsatzrenditen, bietet ein neues Naturverständnis große Chancen. Eine Ethik des Weniger, die menschliche Größe nicht mehr als Dominanz über die Biosphäre definiert, sondern als Fähigkeit, allem Lebendigen Würde, Platz und Bedeutung einzuräumen, verheißt auch mehr Mitgefühl, Verständnis und Wohlwollen gegenüber uns selbst. Zu lernen, die Erde mit Achtsamkeit, Demut und Bescheidenheit zu bewohnen, verspricht materiellen und spirituellen Reichtum für alle. – In die Natur zu investieren ist nicht nur der intelligente Weg in die Zukunft; er ist auch der menschliche Weg.

Philip Bethge, Weisheit des Verzichts (Auszug), Der Verlust von Ökosystemen und Arten könnte dramatischere Folgen haben als der Klimawandel, Der Mensch muss sich zurücknehmen, um den Fortbestand seiner Zivilisation zu sichern – ein Weckruf.

*Jack Mingo, Die Weisheit der Bienen, Erstaunliches über das wichtigste Tier der Welt, RIEMANN VERLAG, 1. Auflage 2013, deutschsprachige Auflage 2015

Drei Leserbriefe zum obigen Thema im #HamburgerAbendblatt:

Auch Schmetterlinge lieben Blüten

Neue Denkmuster entwickeln: – Dass immer mehr Tier- und Pflanzenarten aussterben und damit das Ökosystem der Erde immer empfindlicher wird, ist leider keine neue Erkenntnis. Aber solange Menschen, die Politik und Wirtschaft bestimmen, in den alten Denkmustern von stetigem Wachstum und eigenem Wohlstand feststecken, wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Unsere Art der Wirtschaft und der Landwirtschaft beeinflusst nicht nur unsere Natur, die immer weiter verarmt und die uns vor immer neue und größere Herausforderungen stellt, sondern auch die Natur in anderen Staaten: Zum Beispiel fordert der Anbau von Soja und Palmen die Rodung großer Urwaldflächen. Nachhaltigkeit, ökologische Landwirtschaft, Schutz der Artenvielfalt werden seit Jahren von Politikern gefordert und in den Vordergrund gestellt – aber sobald die Wirtschaft mitredet, auch die Landwirtschaft, werden all diese Ziele vergessen und nur noch der Profit und das Wachstum betrachtet. Politiker wie Wirtschafts- und Landwirtschaftsvertreter blicken hier zu kurz. Sie selbst mögen von den Auswirkungen nicht betroffen sein, aber für die kommenden Generationen könnte es schlechter werden in einer verarmten und monokultivierten Welt. Mutig und selbstständig denkende Menschen sind gefordert in Politik und Wirtschaft, um tatsächlich neue Denkmuster und Wege zu gestalten. Rüdiger R. Hamburger Abendblatt, Mittwoch 8. Mai 2019

Artensterben vor unserer Tür: Das Artensterben passiert täglich direkt vor unserer Haustür. Durch das regelmäßige radikale Ausputzen und Absaugen der Beete im gesamten Stadtgebiet, die danach „steril, sauber und glatt“ erscheinen, werden Mutterboden und sämtliche Kleinorganismen, Insekten und Wildblumen vernichtet! Im Zuge von Renovierung und Nachverdichtung bzw. Bebauung werden Büsche und Hecken entfernt. Es wird zunehmend nur Rasenfläche gewünscht und gepflastert, was noch einfacher zu pflegen ist. Antje M. Hamburger Abendblatt, Sonnabend/Sonntag, 11. /12. Mai 2019

Die Natur braucht uns nicht: – Diesen Satz zu sehen hat mich Illusionslosen denn doch noch mal durchgeschüttelt: „Tiere können nur überleben, wenn man damit Geld verdient.“So schätzt der Experte vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung die Zukunftsaussichten der namibischen Breitmaulnashörner ein. Schonungslos ist in diesem Satz das Verhältnis des Kapitalismus zur Natur auf den Punkt gebracht. Regenwald? Wofür soll das gut sein? Weg damit! Platz für Soja und Palmöl – gerade zu besichtigen in Indonesien und Brasilien. Artenvielfalt? Lasst uns doch ein Reservat einrichten und Eintritt kassieren. Soll die Natur sich gefälligst marktgerecht verhalten. Das heißt dann wohl auch: Den Klimawandel stoppt man nur mit dem richtigen Geschäftsmodell. Let’s make money. Wachstum, Wachstum, Wachstum. Bis der Punkt erreicht ist wo die Natur uns in den marktkonformen Hintern tritt. Die Natur braucht uns Menschen nicht. Dr. Oswald P, Hamburg, Hamburger Abendblatt Donnerstag, 16. Mai 2019

…für die kommenden Generationen könnte es schlechter werden…
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Mit #Musik wird auch alles wieder #gut

Musik – und der Treibstoff für den Spaßmotor im Gehirn

Menschen sind seit jeher mit der Musik verbunden. Musik gilt als natürliches Ausdrucksmittel von Freude und Schmerz. Musik erklingt bei Geburt, Hochzeit und Tod. Mit Musik wird zur Jagd geblasen, sie ertönt im Krieg. – Du hörst Musik. Du tanzt dazu und summst eine Melodie, die geordnete Folge von Tönen. Dazu kannst Du auch je nach Lust die gleichmäßig wiederkehrende Betonung, also den Rhythmus, klatschen. Um Musik besser festhalten zu können erfand man die sogenannte Notenschrift, bis zum 19. Jahrhundert blieb Musik eher abstrakt, danach ist sie mit Assoziationen verbunden: sie wird zum Ausdrucksmittel persönlicher Gedanken und Gefühle. – Dabei gilt jemand, der richtige von falschen Tönen unterscheiden kann, als musikalisch.

Auch im SPIEGEL kann man von der heilsamen Wirkung von Musik lesen:

Musik kann die Heilkräfte des Körpers aktivieren, die Stimmung verbessern und uns von belastenden Erfahrungen ablenken. Gesunde bekommen gute Laune, Kranke erfahren Linderung. Patienten fangen an, Dinge zu leisten, die sie eigentlich gar nicht mehr schaffen können. Kinder, die ansonsten emotionaler Kommunikation kaum zugänglich sind, fangen auf einmal an, über die Musik zu kommunizieren. Musik ist ein kraftvolles Kommunikationsmedium.

Sprache ist die Musik des Individuums, Musik dagegen ist die Sprache der Gruppe. Rhythmen, Tänze und Melodien dienen Menschen dazu, Durchhaltevermögen und Gemeinschaftsgefühl zu stärken und einander Mut zu machen. Musikhören verbessert und verlängert das Leben.

In seinem Buch* beschreibt Stefan Kölsch, welche Musik für den Einzelnen am besten wirkt: Das ist diejenige, die den Patienten am besten gefällt. Allerdings nicht jede Musik ist heilsam. Depressive sagen manchmal, dass sie traurige Lieder hören möchten. Gesünder für sie sind jedoch fröhlich gestimmte Songs. Statt Musik zu hören, die zur eigenen Stimmung passt, ist es grundsätzlich hilfreicher Stücke mit jener Stimmung zu hören, in die man kommen möchte. – Die heilsame Wirkung ist für jeden nutzbar. Auf Perfektion kommt es gar nicht an. Niemand ist unmusikalisch. Der Zauber der Musik fängt schon an, wenn im Büro die Kollegen gemeinsam „Happy Birthday“ singen.

Stefan Kölsch, „Treibstoff für den Spaßmotor“(Auszug), Der Neurowissenschaftler Stefan Kölsch, 50, von der Universität Bergen in Norwegen erklärt die heilsame Wirkung von Liedern und Rhythmen auf Körper und Geist, #DERSPIEGEL, Gesundheit, DER SPIEGEL, Nr. 18/27.4.2019

*Stefan Kölsch,: „Good Vibrations“, Ullstein, 384 Seiten, 22 €.

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#Leonardo da Vinci – eine #Jahrtausendfigur zu #BeginnderNeuzeit

„Selbstbildnis“ – Mensch mit „zwei Handschriften“ – kann auch Spiegelschrift…

Die Toskana in Italien war die Heimat von Leonardo. Er wurde 1442 geboren. Das war zur Zeit der Renaissance. Leonardo malte, schuf plastische Werke und wirkte als Baumeister. Malerei war für ihn auch ein Mittel, seine Naturforschung anschaulich zu beschreiben. Seine genaue Beobachtungsgabe ermöglichte ihm, Naturgesetze zu erkennen und diese nutzbringend anzuwenden. Seine Notizbücher und Skizzen geben über vielseitige Studien und Erkenntnisse Aufschluss. Zu seinen berühmtesten Gemälden gehört die „Mona Lisa“, diese kann im Pariser Louvre bewundert werden. Viele seiner bahnbrechenden Erfindungen konnten zu seinen Lebzeiten noch nicht verwirklicht werden. – Leonardo starb im Jahre 1519.

Kunstgeschichte im SPIEGEL: Wiederkehr des 500. Todestag von Leonardo da Vinci

Zeitgenössisches Holzmodell nach einem Panzerentwurf von Leonardo

Ein einziges Blatt, das die Inventarnummer „8P“ trägt. Es ist die älteste erhaltene Zeichnung. Dazu die erste reine Landschaftsdarstellung der italienischen Kunst, entstanden vor 546 Jahren. Die Zeichnung wirft noch immer Fragen auf, die das Museum endlich beantworten lassen möchte. Das Papier, die Tinte, die Federstriche und Buchstaben auf der Vorder- und Rückseite. Nun sollen Forscher mithilfe der neusten Durchleuchtungstechniken jedes chemische Element, jedes Molekül sichtbar machen.

Im besten Falle ergibt die Untersuchung vorab neue Antworten auf die Frage: Wer war Leonardo da Vinci? Er hat seine letzten drei Jahre in Frankreich verbracht. Leonardo starb vor 500 Jahren. Die Welt hat das Jahr 2019 zum „Leonardo Jahr“ ausgerufen. Es wird kaum möglich sein, dem Künstler zu entkommen und, was sonst, ihn zu bewundern. Eigentümlich an der Beschäftigung mit ihm ist allerdings das: Je mehr man über ihn erfährt, desto größer werden die Ungewissheiten. Das ist nicht ohne Ironie, denn es gehörte ja zu dem Kern dieses Mannes, Ungewissheiten und Unwissenheit überwinden zu wollen. Ganz sicher war er kein Universalgelehrter, wie er oft genannt wird, sondern ein Universallernender. Und das ist viel mehr, erst das macht ihn zu jemanden, für den der Begriff „Jahrtausendfigur“ gerade so reicht.

Wenn man eintaucht in das Leben Leonardos, seine Werke, Ideen, Erfindungen, Zweifel, Irrtümer, erhält man nach und nach eine Figur heraus, der gelungen ist, wonach wir alle nur streben: über sich selbst hinauszuwachsen. All die Adjektive, die sich zur Beschreibung von Fortschrittlichkeit im 21. Jahrhundert finden, innovativ, ökologisch, kreativ, auch eine Spur größenwahnsinnig, bündelten sich schon vor mehr als 500 Jahren in diesem einen Renaissancemenschen.

Der gab sich nie zufrieden, er wollte immer und jederzeit alles neu denken, er beobachtete die Bäume und Vögel und Wassertropfen, er wollte Flüsse umleiten, fliegen, er stieg in den Leichenkeller der Hospitäler, schnitt die Verstorbenen auf, um mehr über den menschlichen Körper zu erfahren. Und er erkannte, dass die Welt mit jeder Entdeckung eine andere zu werden scheint. – Leonardo hat einen geradezu phänomenalen Mut zum Umdenken, wird gesagt. Es gibt wohl kaum einen zweiten Menschen in der Geschichte, der sich so weit vom herrschenden Weltbild entfernt hat. – Allein das macht ihn zum Orientierungspunkt, auch (und gerade) für unsere Gegenwart, in der vielen nichts so nahe ist wie das „thinking outside of the box“.

Vor allem aber entwickelte er – und insbesondere in dieser Hinsicht ist er immer noch ein Unterschätzter – eine innere Unabhängigkeit, die so in der damaligen Gesellschaft nicht vorgesehen war. Es ist unmöglich, einen einzigen Begriff zu finden, mit dem man dem Gesamtkunstwerk Leonardo da Vincis gerecht werden könnte. – In jedem Fall war er ein cooler Typ…

Detail der „Felsgrottenmadonna“, um 1495 bis 1508

Ulrike Knöfel, UNHEIMLICH MODERN (gekürzt), Genies, Vor 500 Jahren starb Leonardo da Vinci, Maler, Anatom, Erfinder. Er vereinte alle Eigenschaften in sich, die einen heutigen Menschen ausmachen. Er war innovativ, ökologisch, individualistisch – und doch viel mutiger und freier, als wir es sind. #DERSPIEGEL, Seite 100 bis Seite 114, Nr . 18/27. 4. 2019

Leserbrief, Ein Genie, Nr. 18/2019

Ein größerer Gegensatz als der zwischen den Titelthemen „Glaube“ (im SPIEGEL) und „Leonardo da Vinci“ ist kaum vorstellbar. Auf der einen Seite ein Blick auf den kollektiv gesteigerten Irrationalitätswahn des religiösen Glaubens, Jahrhunderte getragen von Mythen und Mythologien, befördert durch dumpfe klerikale Dogmen und die Dualität von Drohungen (Hölle) und Verheißung (Paradies) der Kirchen – eben das „Opium des Volkes“ (Karl Marx), auf der anderen Seite der wache, immer lernende, forschende und deshalb auch zweifelnde Geist eines Universalgenies (Universallernenden), das (der) als Vordenker nicht nur die italienische Renaissance geprägt hat, sondern auch die Jahrhunderte später geschehene europäische Aufklärung beflügelt hat. — Jens J. Kiel

tuscade meint, einer der besten Leserbriefe bisher!

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Ein #System für die #Ewigkeit

Radien der Atome werden aus den Abständen in Molekülverbindungen ermittelt

Es gibt Stoffe, die unterschiedlich sind aber doch Ähnlichkeiten aufweisen. Das fiel Forschern schon um etwa 1860 auf. Sie ordneten die Elemente deshalb in eine Tabelle, die uns heute als das periodische System bekannt ist. Man ahnte schon damals, dass diese Tabelle noch Lücken aufweist und dass es noch weitere unentdeckte Elemente geben könnte. Unser Periodensystem hat 18 senkrechte Spalten. Deren Verhältnis zueinander sich periodisch in jeder der waagerechten Reihen wiederholt. In den Perioden werden die Elemente nach steigender Ordnungszahl geordnet. In den Spalten, auch Gruppen oder Elementfamilien genannt, erfolgt die Ordnung gemäß ähnlichen chemischen oder physikalischen Eigenschaften. Die einer Gruppe angehörenden Elemente verhalten sich auch chemisch sehr ähnlich, weil ihre Atome die gleiche Anzahl von Außenelektronen besitzen. Weitere Unterschiede im chemischen Verhalten bei den Elementen einer Gruppe beruhen auf den unterschiedlichen Atomgrößen. Die Elemente der Hauptgruppen werden unter besonderen Namen nach steigender Gruppennummer ( als Alkalimetalle, Erdalkaligruppe, Borgruppe usw. ) zusammengefasst.

Die Radien der Ionen werden aus den Abständen der Ionen in Ionenverbindungen ermittelt

Innerhalb einer Gruppe nimmt der Metallcharakter von oben nach unten hin zu. Innerhalb einer Periode nimmt der metallische Charakter von links nach rechts hin ab – bzw. der nicht metallische zu. Ein analoges Verhalten zeigen die Atomradien, die ebenfalls innerhalb einer Periode von links nach rechts abnehmen und innerhalb einer Gruppe zunehmen.

Auch die Leser vom Hamburger Abendblatt interessieren sich für die wichtigste Tabelle in der Welt:

–Wenn es im Chemieunterricht mal weniger spannend war als beim Thema „Alkoholherstellung und Alkoholgehaltsbestimmung“, dann war ein alter Freund immer da, um für Ablenkung zu sorgen: Das Periodensystem der Elemente, jene bunte Tabelle, in der alle bekannten Elemente nach ihrer Kernladung und ihren Eigenschaften hübsch und -mehr oder weniger – übersichtlich angeordnet sind.

Wasserstoff (H) ist sozusagen der FC Bayern ( meist deutscher Meister ) unter den Elementen, seit 150 Jahren an der Spitze der ewigen Tabelle. Im Mittelfeld tummeln sich viele eher unbekannte, aber unverzichtbare Elemente wie etwa Holmium (Ho) auf Platz 67, von schwedischen Chemikern nach der eigenen Hauptstadt benannt und zur Erzeugung stärkster Magnetfelder geeignet. Und ganz hinten rangiert derzeit auf Platz 118 das künstlich erzeugte Edelgas Oganesson, ein Retortenclub. An Ununennium, Platz 119, wird noch geforscht.

Als die Forscher der früheren Zeit etwa 1870 ihre Ideen vom Periodensystem publizierten, wusste man bereits von 60 Elementen. Gold und Silber, Eisen und Blei, Kohlenstoff und Schwefel sowie weitere sind bereits aus der Antike überliefert. Das Periodensystem ist eigentlich schon veraltet, sobald es an die Wand im Chemieraum gepinnt wird. Immer neue Elemente werden entdeckt oder erzeugt. Und trotzdem: Das „PSE“ ist die wichtigste Tabelle der Welt. Fans von ihr haben sie als Muster auf dem Duschvorhang, auf Frühstücksbrettchen oder T-Shirts. Beliebt bei Chemikern soll auch „Elemente-Scrabble“ („S-At-U-Rn“, = Schwefel, Astat, Uran, Radon) sein. Forschung und Geselligkeit schließen sich ja nicht aus, Stichwort: „Alkoholherstellung und Alkoholgehaltsbestimmung“.

Erste Hauptgruppe des Periodensystems: Die Alkalimetalle bilden einfach positiv geladene Ionen wie Na+ Zweite Hauptgruppe : Die zweifach geladenen Ionen sind Erdalkalimetalle wie Mg++

Tino Lange, Die wichtigste Tabelle der Welt (gekürzt), Das Periodensystem der Elemente sorgt seit inzwischen 150 Jahren für Ordnung – und für Fantasien im Chemieunterricht, #HamburgerAbendblatt, Montag, 11. März 2019

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Über die #Wahrnehmung äußerer (durch #Umwelt) und innerer #Zustände von #Mensch und #Tier

Einfach zum Sehtest gehen

Sehen oder auch Visualisieren: Schließe Deine Augen und stelle Dir das folgende vor: das Gesicht eines Menschen, den Du liebst. – Die Zahl 4081. – Es ist einfacher sich einen Menschen, den man kennt, vorzustellen als Zahlen oder ein rotes Viereck. – Uns vertraute Gesichter erkennen wir auch auf Anhieb wieder. In der Dunkelheit fällt Dir das Sehen schwer oder Du kannst nichts sehen. Wenn du trotz Licht nicht so gut sehen kannst, helfen Dir Augenarzt und Optiker weiter: Du bekommst eine Brille. Lichtwellen gehören übrigens zu den elektromagnetischen Wellen. Sie nehmen bei diesen aber nur ein sechzigstel des gesamten Bereichs ein.



Lieber doch hören

Hören: Höre doch einfach einmal folgenden imaginären Geräuschen zu: das Rascheln von Blättern im Wind, oder den Wellen, die sich am Ufer eines Sees brechen. – Aufmerksam Hören und Zuhören will gelernt sein. Beim Lernen und für die Schule trägt das zum Erfolg bei. – Wer sich jedoch seine Ohren zuhält, der hört entweder gar nichts oder alles nur abgeschwächt. Wie wir wissen können Tiere nicht sprechen, (sie haben wohl auch keine Gebärdensprache), aber sie verständigen sich durch die für ihre Art typischen Laute. Schallwellen sind periodische Luftdruckschwankungen. Sie werden Longitudinalwellen oder auch Längswellen genannt.


Schallwellen als Ergebnis der schwingenden Hörner einer Stimmgabel
Das gibt aber eine Belohnung

Riechen (ein Vermögen der Schleimhaut Deiner Nase): Das sind gleich die zwei Seiten einer Medaille, es gibt unangenehme und angenehme Gerüche. Bleiben wir bei den angenehmen. Stell Dir vor, Du riechst brennendes Holz oder ofenfrisches Brot. Oder den Duft frisch gebackener Laugenbrezeln, ganz zu schweigen von dem lieblichen Duft einer Blumenwiese. Du musst das einfach einmal (oder öfter) probieren. So etwas kann ungeahnte Wirkungen hervorrufen: Es stärkt Deine Konzentrationsfähigkeit auf fast magische Art und Weise. – Hunde riechen besser als Menschen. So helfen sie dem Zoll Drogen zu erschnüffeln.

Falsches Waschmittel, oder…

Fühlen (die Fähigkeit Deiner Haut Tastsinn, Temperatursinn und Schmerzsinn zu ermöglichen): Hast Du schon einmal im Dunklen einen Lichtschalter gefunden, oder besser ertastet? Beim Streicheln einer Katze oder eines Hundes spüren wir das Fell. Wir spüren, wie eine Oberfläche beschaffen ist. Unterschiede von glatt und rau kann man erkennen. Bei manchen Hemden muss ich mich ständig kratzen.

Schmecken (möglich durch Papillen auf der Zunge, vier Geschmacksrichtungen sollen wahrgenommen werden): Kannst Du Dir den Geschmack Deines Lieblingsessens vorstellen? Wenn Du diese Übung öfter machst, auch mit anderen Objekten (Apfelsine, Erdbeere, Gummibärchen), kannst Du ganz unerwartet neue Gerüche wahrnehmen. Ob Du das glaubst oder nicht! (Übung macht auch hierbei den Meister). Es geht u.a. um eine spezielle Kunst: Ein richtiges Maß zwischen Anspannung, Entspannung und Ablenkung zu finden. Kinder mögen Süßes, und bei Zuviel das Zähneputzen nicht vergessen!

Für manche Reize allerdings fehlen uns die Sinnesorgane: Fledermäuse hören z.B. Ultraschall, ganz abgesehen von den Spezies, die in der Dämmerung und Nacht aktiv sind. Diese Nachttiere können im Dunkeln viel besser sehen als wir Menschen.

Augen, die nachts leuchten
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Kleiner #Vierbeiner #Rommel wird nun #Scout genannt

Der Jagdhund heißt nun Scout

MIAMI: Viel Ärger um einen Hundenamen: Ein Sheriff im US-Bundesstaat Florida hat einen kleinen Entrüstungssturm ausgelöst, weil sein neuer Vierbeiner Rommel hieß. Nach Beschwerden mit der Namensgleichheit mit Wehrmachtsgeneral Erwin Rommel wurde der zehn Wochen alte Jagdhund kurzerhand in Scout umbenannt, wie der Sender Fox News berichtet. Vor allem in den sozialen Netzen hatte es Kritik gegeben. dpa

Rommel
„Rommel der Wüstenfuchs“

Nachrichten, #HamburgerAbendblatt, USA, Polizeihund „Rommel“ muss umbenannt werden, Hamburger Abendblatt, Dienstag, 9. April 2019

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#Fürsorge für #dieKleinsten

Elternstolz

Bindungsforscherin Ahnert untersucht seit fast vierzig Jahren die seelische und kognitive Entwicklung von Kindern zwischen Baby- und Schulalter. Sie trug maßgeblich dazu bei, dass Qualitätsstandards für die frühkindliche Betreuung gesetzt wurden. Zuletzt beschäftigte sich Frau Ahnert als Professorin für Entwicklungspsychologie an der Universität Wien mit der Rolle der Väter in der Beziehung zum Kind.

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, zeigt es gleich eine besondere Vorliebe für seine Spezies, für die menschliche Stimme, das Gesicht. Von Tag eins an – und auch noch davor, in der Schwangerschaft – werden die Kinder durch die Beziehung zu den Menschen um sie herum geprägt. Schon im Bauch hört das Baby die Stimme der Mutter und kann, kaum auf der Welt, zwischen mütterlichen Lauten und anderen genau unterscheiden. Es ist schon eine gewisse Vertrautheit da, Behaglichkeit. – Sigmund Freud nannte diese Phase die Amnesie der Kindheit. In dieser Zeit passiert viel. Das Gedächtnis bildet sich aus, vor allem aber prägen sich die nonverbalen, emotionalen Erfahrungen ein. Die Vertrautheit mit Stimmen, Geräuschen und Gerüchen, die Zuwendung, die wir erleben und das Wohlgefühl, das wir dabei haben. Die uns ins hohe Lebensalter begleiten. In der Kindheit bildet sich dieser feste Grundstock, der durch die Erfahrung von Beziehungen entsteht. Eltern müssen nicht irgendetwas lernen. Im ersten Lebensjahr des Kindes sprechen wir von der sogenannten intuitiven Elternschaft. Die funktioniert in allen Kulturen gleich. Frauen – und übrigens auch Männer – wissen ganz von selbst, wie man sich einem Kind zuwendet und mit ihm umgeht.

Der Mensch ist ein sehr plastisches Wesen und zu großen Veränderungen fähig. Bleibende Schäden sehen wir in unserem Feld fast nur an Kindern, die in Waisenheimen in völliger Gefühlsarmut oder in chaotischen Familien mit Missbrauch aufgewachsen sind. In düsteren Welten. Mit allen anderen Umwelteinflüssen lässt sich umgehen.

In den Arbeiten von Lieselotte Ahnert taucht immer wieder das Wort „Feinfühligkeit“ im Umgang mit den Kindern auf. Das ist die Frage, wie man ein Miteinander mit kleinen Kindern von Anfang an gestalten kann. Wegen der kurzen Gedächtnisspanne können die Kleinen eine Reaktion auf das eigene Verhalten beziehen, wenn die innerhalb eines bestimmten Zeitfensters kommt. Beim Baby sind es üblicherweise wenige Sekunden. Bei Einjährigen auch bis zu zehn Sekunden. Ob die Bezugsperson also prompt und dann vor allem auch angemessen reagiert – das verstehen wir unter Feinfühligkeit. – Etwas später möchte es niemanden, der ( beim Turmbau aus Klötzchen u.a.) ständig hinter ihm steht und das sofort kommentiert. Die längeren Reaktionspausen erlauben es dem Kind, sich zunehmend selbstständig einzubringen.

Dass frühe Bildung nicht funktioniert, wenn die Kinder keine Beziehung zu demjenigen haben, der ihnen etwas beibringen will. Die Erfahrung, dass ein Mensch, mit dem ich vertraut bin, sich dafür interessiert, was ich mache, ist immer wichtig. Viel wichtiger als nur das Kinderzimmer mit teurem Spielzeug auszustatten.

Frau Ahnerts Studien zeigen, dass es erst nach dem 18. Monat auch um die Beziehung zwischen den Kindern geht. Dann haben die Kinder etwas voneinander. Sowohl von den Freundschaften als auch von den Konflikten. Davor muss man auf kleine Gruppengrößen setzen, in denen man sich den Kindern viel stärker einzeln zuwenden kann.

In ihrer Zeit in Amerika konnte sie erfahren, woran ihre Kollegen dort forschen: Die Amerikaner wollten wissen, was macht die frühe Fremdbetreuung mit den Kindern? – Die frühe Fremdbetreuung hat die Kinder noch stärker betroffen, weil die Elternzeit da nur wenige Wochen dauert. Das Weggeben der Kinder fällt in die kritische Phase der Bindungsentwicklung. Es wurde die Auswirkung früher nicht mütterlicher Betreuung bis in die Jugendzeit untersucht. Heraus kam: Wenn die Einrichtung gut ist, bleiben auch die alten Bindungen erhalten. Denn die Bindung zur Mutter entwickelt sich parallel, und den Wechsel hält das Kind aus.

– Wir sind dabei !

Dann hat sich Lieselotte Ahnert mit den Männern auseinandergesetzt: Die starren Zuschreibungen, was Männer tun oder lassen sollten, lösen sich sichtbar auf. Sie hat sich deswegen vor Kurzem die verschiedenen Vätertypen angesehen. Zunächst einen sehr engagierten Vater. Der hilft unter der Woche mit und macht querbeet alles, was anliegt. Und er legt vor allem am Wochenende noch einen obendrauf. – Dann gibt es den Typus, der wirklich wenig einbringt. – Im Mittelfeld liegen Väter, die machen das, was der engagierte Vater tut, sind aber nicht besonders eifrig am Wochenende. Immerhin gleichen diese Väter eine schlechte Mutter-Kind-Bindung aus. – Und die Engagierten? Woher rührt nun deren großes Interesse? Jedenfalls ist es nicht aus der Not geboren. Denn denen ist das alles egal: wie gut oder schlecht die Mutter-Kind- Beziehung ist, wie viel Freizeit für sie selbst abfällt. Die sind einfach interessiert an ihrem Kind und daran, welche Rolle sie in diesem Leben spielen. Das kann als Vaterschaft in einem ganz ursprünglichen Sinn angesehen werden.

Was ist eine „hinreichend gute Mutter“? Das ist ein tröstlicher Begriff, der in der Forschung immer wieder auftaucht. Er besagt, dass es kein Idealprogramm für Mutterschaft gibt. Wenn Eltern mit bestem Gewissen und engagiert tun, was sie eben tun können, ist dies für das Kind auch authentisch und richtig. Und in diesem Sinne gilt das Konzept genauso für die Väter.

„Vaterschaft ist etwas ganz Spannendes“

Kerstin Kullmann und Rafaela von Bredow, „Kinder zu bekommen ist schon verrückt“ (gekürzt), Wie viel Mama und Papa braucht das Kind?, Die Entwicklungspsychologin Lieselotte Ahnert hat das Seelenleben der ganz Kleinen erforscht – und herausgefunden, wie früh Prägung beginnt, ob die Kita schadet und wann die Eltern alles richtig machen, #DERSPIEGEL, SPIEGEL-Gespräch, Nr.15/6.4.2019, S. 92 bis 95

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Modischer #Außenseiter – Leider nicht nur das

Der nasenbreite Schnauzer kommt zwar fast bauhausmäßig schlicht daher, er ist aber auch ein Symbol des Bösen. Denn das borstige Viereck wurde vor allem durch seinen Träger Adolf Hitler bekannt. Wer sich derart frisiert, setzt sich heute unweigerlich dem Verdacht aus, selbst ein Nazi zu sein. Wie wurde der Tyrannenschnauzer zum Teufelshorn der Moderne? Und wie wirkungsmächtig ist er noch heute?

Das Symbol des „Bösen“

In „Mein Kampf“ ist zu lesen, wie wichtig Hitler das war, was heute Corporate Identity genannt wird. Der Naziparteichef suchte planmäßig nach etwas, was seine äußere Erscheinung zu einer Marke verdichtete. Es ist nicht klar, wann sich der „Führer“ zum ersten Mal seinen kantigen Oberlippenbart frisierte, aber es wird vermutlich nach dem 1. Weltkrieg gewesen sein.

Ende der Zwanzigerjahre war der Zweifingerbart zumindest umstritten. Er wurde von modernen Herren nicht mehr bevorzugt, heißt es etwa im Fachmagazin „Der Deutsche Friseur“. In einer anderen Zeitschrift soll er sogar als „unappetitlich“ und „grotesk“ gebrandmarkt worden sein. Hitler hielt trotzdem an seinem Bärtchen fest.

Es mag Hitler gefallen haben, dass seine Gesichtsbehaarung nach der „Machtergreifung“ offenbar eine Art Renaissance erlebte. Man stieß auf Flohmärkten und in Bibliotheken auf Hunderte Fotos von Privatpersonen mit Zweifingerbart. Mit dem Bart konnte Hitler im Gesicht jedes Mannes erscheinen. Und wenn er ein Lehrer war, hing der „Führer“ nicht nur als Bild an der Wand, sondern stand auch leibhaftig im Klassenraum. Nach dem Zweiten Weltkrieg wiederum verschwand der Zweifingerbart fast vollständig aus den Männergesichtern. Er war genauso unmöglich geworden wie der Vorname Adolf.

Der „Führer“ mit nasenbreitem Schnauzer

Der Bart ist neben dem Hakenkreuz das Symbol mit dem höchsten Wiedererkennungswert. Er ist, weil er so leicht darzustellen ist, so mächtig, dass durch ihn alles zum Nazi werden kann. – selbst Hunde und Katzen. Im Internet wimmelt es von Fotos von Haustieren, die mit schwarzem Fellklecks unter der Nase geboren wurden, und es kommen immer neue hinzu. Hitler mag tot sein, sein Bart ist es nicht.

Guido Kleinhubbert, im Interview mit Kulturwissenschaftler Friedrich Tietjen, (Ausschnitt), Modischer Außenseiter, Der Hitlerbart ist ein Symbol des Bösen, Ein Kulturwissenschaftler erforscht, wie es so weit kommen konnte, #DERSPIEGEL, Geschichte, Nr.13/23.3.2019

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#GleichesRecht #fürAlle!

#DERSPIEGEL: Leserbriefe, Permanenter Ausnahmezustand, DER SPIEGEL Nr.13/23.3.2019 Leserbrief: „Meine beiden Dackel fordern von mir, dass ich den SPIEGEL abbestelle. Sie meinen, ihr Titelbild ist diskriminierend.“ Werner R. Geestland (Niedersachsen)

Auch das noch!

Leserbrief: Menschen brauchen Sicherheit, Klarheit und Verlässlichkeit in ihrem Leben. Es gibt gesellschaftlich nur kurze Zeitfenster, in denen Aufbrüche angesagt sind, wo die Bewegung zu einem kollektiven Impuls wird. „Mehr Demokratie wagen“ war so ein Momentum. Danach strebt alles wieder zur Ruhe. Zurzeit schwinden bewährte Gewissheiten, bekannte Regeln stehen infrage: Wie definiert sich welche Geschlechtlichkeit? Wie viel Ausland verträgt das Inland? Regionalität steht gegen Globalisierung. Das Klima steht Kopf, die Vermögensschere geht auseinander. Nichts scheint mehr so zu sein, wie es einmal war. Die normale Reaktion auf diese reale oder gefühlte Unbill ist Aggression, die an sich produktiv wäre, wenn sie zu neuen Ufern führen würde. Destruktiv aber wendet sie sich nun gegen den Nächsten, wie in einem Mastbetrieb, wo sich die armen Schweine, zu eng gehalten und nur auf Profit gezüchtet, gegenseitig Ohren und Schwänze abbeißen. – Dr. Klaus Neumann, Psychologe, München –

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