Eine #Shampoo-Flasche und das #Umwelt-Problem

 

Eine Shampoo-Flasche illustriert das ganze, große Problem. Um drei Dutzend Mal zu duschen, wird eine Plastik-Buddel feilgeboten, die mehrere Atomkriege übersteht und weitere 56.000 Jahre.

Müll auf einer Deponie

Die Shampooflasche erklärt den kompletten Kapitalismus, Wettbewerb, Wachstum, Verbrauch um jeden Preis, oft zulasten der Umwelt.

„Alle Menschen sind frei an Würde und Rechten geboren. Sie sollen einander im Geist der Solidarität begegnen“. So steht es in der Charta der Vereinten Nationen.

 

Wer säubert Ufer und Bäche?

 

Wenn die Erde ein Raumschiff ist, mit großen, aber begrenzten Vorräten, dann steht jedem der sieben Milliarden Passagiere ( Menschen in Afrika und China, in Favelas und Slums ) dieselbe Menge Luft, Wasser, Nahrung, Treibstoff zu und zugleich eine feste Menge Müll, Abwasser oder CO2.

Verwertbares Material wird gesammelt

 

Wenn wir allen Erdbewohnern dieselben Rechte und Ansprüche zumessen, müssten wir Mehrverbraucher uns künftig etwas einschränken. Dazu wären Einsicht und ein gemeinsames globales Vorgehen nötig, was derzeit eher unrealistisch klingt.

 

Viel eher einigt sich die Welt auf die „Henrietta-Strategie“. Die „Henrietta“ war jener Raddampfer, den Phileas Fogg in New York mietete, um rechtzeitig in 80 Tagen um die Welt zu gelangen. Fogg verfeuerte sämtliche Decksaufbauten, jeden Tisch, jeden Liegestuhl, um das Feuer im Kessel anzuheizen. Die „Henrietta“erreichte das rettende Ufer kurz vor dem Sinken…

 

Verwertbares Material wird wieder verwendet

Hajo Schumacher, – Erde, wir haben ein Problem! (gekürzt), Die Welt ist ein Raumschiff mit begrenzten Vorräten, Höchste Zeit, sich einzuschränken. Das fängt schon beim Shampoo an, SCHUMACHERS WOCHE, #HamburgerAbendblatt, Sonnabend/Sonntag, 14./15. September 2019.

 

 

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Das #Dilemma mit der #Digitalisierung

Der Chip ist eine dünne kleine Halbleiterscheibe aus Silizium, der Speicherchip nimmt Daten auf, behält sie und kann sie bei Bedarf wieder abgeben

Die Angst vor dem Verlust der Autonomie (Selbstverwaltung) begleitet den modernen Menschen wie ein Schatten. Das gilt seit die Aufklärung die Idee des freien und mündigen Individuums hervorgebracht hat. Hierauf basiert die liberale (großzügige) Gesellschaft bis heute. Der Haken an der Sache: In diesem Sinn frei sein kann nur, wer vernünftig ist, also das will, was er auch soll.

Die Kritiker an der digitalen Kultur begreifen die Digitalisierung (eine mathematische Aufgabe in eine Folge von Rechenoperation zerlegen), als eine fremde Macht, die die Gesellschaft besetzt und einem unsichtbaren Mechanismus unterwirft. Dagegen regt sich Widerstand: -gegen Kontroll- und Überwachungsfunktionen, -gegen die Manipulierbarkeit (das Bewusstsein des Menschen mit der herrschenden Ideologie gleichschalten) eines quantifizierten (Eigenschaften durch messbare Größen beschreiben) Bürgers und Konsumenten.

In seinem Buch *“Muster“ legt der in München lehrende Soziologe Armin Nassehi eine Theorie der digitalen Gesellschaft vor. Diese analysiert die Digitalisierung nicht nur als Herausforderung, sondern auch als Chance für die Soziologie und ihre „Wiedergeburt“. Ihm geht es um die Erkenntnis, dass sich die Gesellschaft vor allem mit den Möglichkeiten von Big Data (riesige strukturierte und unstrukturierte Datenmengen) wiederentdecken kann.

Nassehi stellt eine funktionalistische (eine Form ergibt sich aus der praktischen Funktion) Frage: „Für welches Problem ist die Digitalisierung die Lösung?“ Und gibt gleich die ernüchterne Antwort: „Das Bezugsproblem der Digitalisierung ist die Komplexität (eine Vielzahl von möglichen Beziehungen zu realisieren) und vor allem die Regelmäßigkeit der Gesellschaft selbst.“ Das ist  – für den erwartungsfreudigen Leser erst mal ein radikaler Abturner, am Rand der Tautologie (mehrere Ausdrücke besagen das Gleiche – wie weißer Schimmel). Dennoch setzt Nassehi seine Behauptung mit einer „neuen Entdeckung der Gesellschaft“ gleich, die für ihn die „vielleicht sogar endgültige“ ist.

Das Individuum, die stolze Erfindung der Moderne, scheint zu verschwinden – um in digitalen Mustern wiederzukehren: „enorm stabil, regelmäßig, in vieler Hinsicht eben auch berechenbar“. So erweist sich das individuelle Verhalten aber als besser vorhersehbar und leichter zu steuern, als es dem modernen Selbstbewusstsein guttut. „Diese neue Entdeckung der Gesellschaft“, befindet Nassehi, „ist vor allem eine Entdeckung ihrer Widerständigkeit, ihrer erstaunlichen Stabilität, ihres Grundzugs der wiederholenden Bestätigung von Strukturen.“

Der Unterschied zwischen dem Projekt der Emanzipation (Gleichstellung) des Individuums, das am Anfang der Moderne stand, und seiner Vollendung in der digitalen Gesellschaft ist der zwischen einem Überschuss an Sinn, den der Gestaltungs- und Aufbruchswille der Moderne schuf, und einem Überschuss an Kontrolle, der die Digitalisierung schuf. Vor diesem Konflikt steht das Individuum ziemlich ratlos. Die Auflösung der Selbstbestimmung gehört zu den Desillusionserfahrungen (Ernüchterungen) der Gegenwart. Der Bereich des Unbekannten, des Geheimnisvollen, des Dunklen und Unsichtbaren ist nun nicht mehr den Göttern, Dämonen, dem Schicksal und anderen dunklen Mächten zurechenbar, sondern einer auf Reflexion (Selbstbetrachtung) verzichtenden Technik.

Denker Nassehi: „Für welches Problem ist die Digitalisierung eine Lösung?“

 

So entlässt der Autor den Leser in eine Ungewissheit, die am Ende, nach so vielen oft im apodiktischen (unumstösslich geltend) Duktus (Charakter einer Sache) vorgetragenen Sätzen, trotz aller Anregungen den Zweifel offenlässt, ob der aufklärende Wissenschaftler nicht einfach im Dunklen pfeift, die Chance, aus dem Wald herauszufinden, bleibt ja bestehen.

Roman Leik,Verschwindendes Individuum (gekürzt), Sachbuchkritik, Rezension, Der Soziologe Armin Nassehi legt seine „Theorie der digitalen Gesellschaft“ vor, Die ist ziemlich desillusionierend, #DERSPIEGEL, Kultur, Nr.  36/31.8.2019

*Armin Nassehi: „Muster. Theorie der digitalen Gesellschaft“.  C. H. Beck; 352 Seiten; 24 Euro.

 

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#Atomkerne sichtbar machen? Gelingt das mit Hamburgs #Superlaser?

Ein Blitz dauert oft nur den Bruchteil einer Sekunde

 

Dank dem Röntgenlaser XFEL (Röntgenlaser in Norddeutschland) können modernste Experimente zur Messung von Atomen und Atomkernen unternommen werden. Die Messanlage besteht aus einer 3,4 Kilometer langen Bahn, die unter der Erdoberfläche zwischen dem Forschungszentrum Desy in Hamburg-Bahrenfeld und einer unterirdischen Experimentierhalle im schleswig-holsteinischen Schenefeld verläuft.

Der European XFEL ist ein Supermikroskop und eine Hochleistungskamera in einem. Mithilfe der extrem hellen und kurzen Röntgenblitze der Maschine wollen Wissenschaftler so genau wie nie zuvor:

Als Erster sah Wilhelm Röntgen (-Nobelpreis für Physik, 1901-) 1895 sein Handskelett auf einem Leuchtschirm

 

— Biologische Strukturen sichtbar machen (so werden Proteinkristalle in eine Vakuumkammer gespritzt und von  Röntgenlaserblitzen „fotografiert“) –

— Ultraschnelle chemische Prozesse filmen –

— Physikalische Prozesse beobachten –

Hier geht es um Teilchen, die zehn Millionen Mal kleiner sind als ein Millimeter. Und es geht um Fragen wie:

— Lässt sich die Photosynthese von Pflanzen nachahmen? –

— Lassen sich noch kleinere Datenspeicher konstruieren? –

—Welche Strukturen haben bestimmte Biomoleküle? –

— Wo können neue Therapien ansetzen, die bei Krankheiten eingesetzt werden? –

 

Röntgenaufnahme einer entfernten Galaxie

Als der XFEL in Betrieb ging galt der Röntgenlaser LCLS (Röntgenlaser in Kalifornien) als die stärkste Maschine seiner Art. Der LCLS liefert 120 Röntgenblitze (auch Pulse genannt) pro Sekunde. Dagegen erzeugt der European XFEL aktuell 8000 Pulse und er wird bis zu 27.000 Lichtblitze in absehbarer Zeit erreichen. Damit sind die Norddeutschen im Moment weltweit die Nr. 1. – Das wird aber nur so lange andauern, bis ein Umbau der Konkurrenz in Kalifornien abgeschlossen ist. Danach soll die Maschine in Kalifornien bis zu einer Million Pulse pro Sekunde liefern. Das soll für noch mehr Daten in noch kürzerer Zeit sorgen.

Marc Hasse, Was Hamburgs Superlaser leisten (gekürzt), zwei Jahre nach dem Start haben 1200 Forscher Experimente durchgeführt. Die Nachfrage (zur Mitarbeit bei den Experimenten) ist weitaus größer, #HamburgerAbendblatt, Montag, 2. September, 2019

 

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Bei #Mitschuld, #Vergehen, #Mord ist ein #Journalist mitten drin. #Rezension

Verschwörungstheorien

Er wusste zuviel

In einem Münchner Vorort wird die Leiche des Journalisten Heinz Horstmann gefunden. Er wurde ermordet. Bald stellt sich heraus: Horstmann wusste zuviel, einflussreiche Kreise fürchteten ihn, denn er deckte Schuld und Mitschuld, Vergehen und Verlogenheiten rücksichtslos auf. Er hinterlässt Aufzeichnungen, die hineinleuchten in skandalöse Vorkommnisse und ihre Hintergründe. Und so beginnt ein rücksichtsloses Kesseltreiben, das seine Opfer fordert. Eine Stadt hält den Atem an.

Hans Hellmut Kirst lässt eine Fülle origineller Figuren von faszinierender Vielschichtigkeit auftreten: gemütvolle Biedermänner, gefangen in dunklen Verstrickungen, aggressive Meinungsbildner und geschäftstüchtige Opportunisten, wendige Journalisten, hemmungslose Profitjäger und flotte Mädchen. Im Mittelpunkt des rasanten Geschehens: die Täter in ihren verzweigten Aktionen, aneinander gebunden durch Hörigkeit, gefährliche Einflüsterungen und brutales Handeln.

Hans Hellmut Kirst hat die Arbeit der Kriminalpolizei gründlich studiert. So ist die Schlüsselfigur seines Buches der Kriminalhauptkommissar Zimmermann, Chef der Mordkommission. Im Amt der „Löwe“ genannt, der nichts als „seine Pflicht“ tun will. Für ihn gehören Tote zum Alltag. Er selbst ist in der Tat lebenslänglich „zur Wahrheit verurteilt“.

Neben Zimmermann steht sein verlässlicher Freund, der pensionierte Kriminalbeamte Keller. Ausgerüstet mit dem Hirn eines Wissenschaftlers, dem Herzen eines Kindes und stets begleitet von seinem prächtigen Hund Anton; dann der Kriminalhauptkommissar Krebs, der Spezialist für Sittlichkeitsverbrechen, dem sein Mitgefühl beinahe zum Verhängnis wird; außerdem Felder, der unbeirrbare Vollzugsbeamte; Michelsdorf, ein bereitwilliger „Nuttengreifer“; und schließlich Gotha, der sympathische Kriminalist aus adeligem Haus. Dieses Kriminalistenteam löst eine Kettenreaktion aus, die für manche in einer Katastrophe endet.

#HansHellmutKirst, VERURTEILT ZUR WAHRHEIT, Roman, Rezension, Klappentext, 1972 by Verlag Kurt GmbH, München, 359 Seiten

 

 

 

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#Völlig #vergeigt: #Debatten zum #Schulstart von #Erstklässlern. – Ist auch #egal.

Begegnung auf dem Flur

Mit einer Mischung aus Unehrlichkeit, Aufmerksamkeitsgier und wütendem Gekreische bekommen wir noch jedes Thema kaputtgequatscht, sogar die Selbstverständlichkeit, dass Erstklässler – ganz gleich, ob biodeutsch, migrantisch oder klingonisch – die Grundzüge der Sprache beherrschen sollten.

Unsere Deppendebatten lenken zuverlässig ab vom eigentlichen Problem: Pünktlich zum Schulstart gibt da ein Politiker (CDU) ein Interview, mit dem er nicht zwingend unseren Kleinen eine bessere Zukunft verschaffen, aber sein Profil als Konservativer schärfen will.  – Die politische Konkurrenz wirft Floskelkonfetti („Fremdschämen“, „Populismus“, „rechter Sumpf“), und wir Kommentatoren ( Hajo Schumacher) schalten den Empörungsautomaten ein.

Alle weisen allen nach, dass irgendwo irgendetwas nicht ganz korrekt ist. Fazit: Der kollektive Blutdruck ist gewaltig in die Höhe geschossen. Alle Diskutanten haben Abscheu voreinander kundgetan.

Ach, Moment mal, worum ging es bei dem tagelangen Gequatsche eigentlich? Um die Erfolg versprechendste Lernmethode, um Stärken und Schwächen der verpflichtenden Vorschule, von kleineren Klassen, zweisprachigem Unterricht oder sanften Druck auf Eltern? Wir wissen es nicht. – Ist auch egal.

In der Grundschule

Im Klassenzimmer

Abendblatt-Kolumnist Hajo Schumacher über Empörungsautomaten, Was scheren uns die Kinder, solange wir schön debattieren (Auszug), SCHUMACHERS WOCHE, #HamburgerAbendblatt, Sonnabend/Sonntag, 10./11. August 2019

 

 

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#PolinaDaschkowa: In ewiger Nacht. Rezension

Segen statt Angst und Finsternis

Auszug/1.Kapitel: „Sie wären gern ein kleines Mädchen, Sie möchten, dass jemand Ihnen über den Kopf streicht, die Decke zurechtzupft und Ihnen ein Märchen vorliest, ein schön gruseliges. Mochten Sie als Kind Gruselmärchen? Erinnern Sie sich an die Geschichten vom roten Klavier im Pionierferienlager, nachts im dunklen Schlafraum? Aus dem Klavier kam eine Totenhand und erwürgte erst den Großvater, dann die Großmutter, dann die Mutter und den Vater. Und zum Schluss die Tochter. Ihnen stockte das Herz in Erwartung der eiskalten Hand, die nach der Kehle griff. Lange Finger, geschmeidig wie Würmer. He, Frau Doktor, warum sagen Sie nichts?“…

Inhalt/Klappentext: Olga ist Ärztin in einer psychiatrischen Klinik. Sie ist verheiratet und hat zwölfjährige Zwillinge. Seit kurzem betreut sie einen Patienten, der offenbar das Gedächtnis verloren hat. Olga nimmt ihm das jedoch nicht ab. Was er ihr erzählt, erinnert sie an einen Mann, der im Internet obszöne Erzählungen und Kinderpornographie verbreitet. Nie wieder wollte Olga mit solchen Dingen zu tun haben. Vor anderthalb Jahren waren sie und ihre Kollegen kläglich daran gescheitert, einen Serienmörder zur Strecke zu bringen.

Der Misserfolg hatte sie noch lange seelisch belastet. Doch als im Fernsehen vom Tod der fünfzehnjährigen Shenja berichtet wird und alles so sehr der Mordserie von damals ähnelt, kann sie nicht anders, als sich wieder einzumischen, auch wenn sie dabei mit ihrer Jugendliebe zusammen arbeiten muss.

Polina Daschkowa ist die  beliebteste Krimiautorin in ihrem Land

Polina Daschkowa, In ewiger Nacht, Rezension, Roman, aus dem Russischen von Ganna-Maria Braungardt,  Originalausgabe erschienen 2006 im Verlag Astrel, Moskau, Aufbau Verlag, Berlin 2010, 1. Auflage 2010, 452 Seiten

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#Erinnerung und #Leben der #ConstanciadelaMora. Eine Rezension

Die Erinnerungen der Constancia de la Mora geben einen tiefen Einblick in das Leben des spanischen Volkes. Auch in das Leben der spanischen Frauen, die unter dem monarchistischen Regime ein mittelalterliches Dasein führten. Wie viele Mädchen der herrschenden Kreise wurde auch die junge Constancia de la Mora, die aus dem spanischen Adel stammt, mit falschen Ehr- und Moralbegriffen von Kirche und Elternhaus in klösterlicher Abgeschiedenheit erzogen. Dennoch waren die fortschrittlichen und freiheitlichen Ideen stärker als die Unterdrückung. Constancia de la Mora fand den Mut, Standesdünkel und falsche Moralbegriffe abzustreifen. Eine unglückliche Ehe konnte sie lösen und sich das Leben in ihrem Sinne zu gestalten.

Als das spanische Volk eine demokratische Republik wählte und daraufhin dem bewaffneten Überfall der eigenen und fremden Faschisten ausgeliefert wurde, stand auch die Autorin, zusammen mit ihrem Mann, einem hohen Fliegeroffizier, auf der Seite der spanischen Republik. Mit außerordentlichem Verständnisse schildert sie den Kampf ihres Volkes gegen den Faschismus. Sie zeigt die Hintergründe, die zur Niederlage des demokratischen Spaniens führten. Voll starker Anteilnahme verfolgt der Leser die Leiden des in halbfeudalen Verhältnissen lebenden spanischen Volkes und seinen heroischen Freiheitskampf. Das Buch ist ein hervorragendes Zeitdokument. Es bleibt aber doch in erster Linie das leidenschaftliche Bekenntnis einer tapferen Frau, ihrer Leiden, Liebe und Kämpfe.

Erster Teil: Meine Kindheit im Spanien der Tradition. – Zweiter Teil: Ehe: Lebenszweck der spanischen Frau. – Dritter Teil: Das Erwachen Spaniens. – Vierter Teil: „Lieber Witwe eines Helden als Frau eines Feiglings!“

EPILOG: ES lebe die Republik! „SPANIEN DEM SPANISCHEN VOLKE!“ – Den Faschisten wird es nicht gelingen, Spanien und sein Volk faschistisch zu machen; eine Handvoll Verbrecher sind nicht Spanien. Wir Spanier lieben die Gerechtigkeit und stellen die Selbstständigkeit unseres Landes hoch über alles. Nichts wird uns daran hindern, unsere verlorene Freiheit wieder zu gewinnen; denn Tausende, Millionen von Spaniern sind weiterhin bereit, ihr Leben dafür hinzugeben,  wenn es denn anders nicht sein kann. Das geeinte spanische Volk wird sich ein wahres Vaterland erschaffen, kraft seines Willens und kraft seines Heldenmuts.  ES LEBE DIE REPUBLIK!New York, im Juli 1939

CONSTANCIA DE LA MORA, DOPPELTER GLANZ, Die Lebensgeschichte einer spanischen Frau Klappentext/Rezension, Spanischer Originaltitel: DOBLE ESPLENDOR, 1. Auflage 1949, 5.Auflage 1959 Dietz Verlag Berlin, 675 Seiten

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#Schutz gegen #Depression und #Burnout. – eine #Rezension

Klaus Bernhardt hat sein *Buch nicht nur für Erkrankte geschrieben, er möchte auch Helfer und Angehörige ermutigen, seine Vorschläge und Techniken selbst vorbeugend als Schutz gegen Depression und Burnout zu nutzen. Chronischer Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet wird. Klaus Bernhardt unterscheidet klar zwischen Stress und Burnout. Burnout sollte möglichst nicht mit Medikamenten wie Antidepressiva behandelt werden. Diese verlangsamen häufig die Denkfähigkeit des Gehirns und zeigen auch andere einschränkende Nebenwirkungen.

Harmonie und Gelassenheit

Leider lasse sich Burnout nicht einfach mit Work-Life-Balance (Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit) beheben. Das Problem ist häufig nicht das Fehlen von Hobbys oder Freizeit. Es ist der Mangel an echter Erholung. Das A und O der Therapie ist Achtsamkeits- Training und Outsourcing. Burnout-Betroffene sollten lernen, nicht ständig daran zu denken, was alles noch zu erledigen ist, denn nur so können sie sich am Augenblick stressfrei erfreuen, also achtsam sein.

…Sonst schlägt das Herz schneller und ist nervös

Bei der Gesundung spielen außer positivem Denken auch Bewegung, gesunde Ernährung und soziale Kontakte eine Rolle. Als bestes Mittel gegen Burnout empfiehlt der Autor radikale Selbstliebe. „Ein wenig Durchhaltevermögen“sei allerdings bei der Bearbeitung der Probleme schon gefragt, doch dafür „ist das Ergebnis umso erfreulicher“. Nach dem Lesen des *Buches kann man im Selbstversuch loslegen, um entspannter durchs Leben zu gehen. Der Ratgeber ist eine anregende Ergänzung zu medizinischer und therapeutischer Hilfe.

 

*Klaus Bernhardt: „Depression und Burnout loswerden“, Ariston, 252 Seiten, 18 Euro

Heike WANDER, Radikale Selbstliebe und Durchhaltevermögen (Auszug), Der Autor Klaus Bernhardt gibt Tipps, wie man Depressionen und einen Burnout leichter überwinden kann, #HamburgerAbendblatt, VON MENSCH ZU MENSCH, Sonnabend/Sonntag, 20./21. Juli 2019

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Eine #Bootsfrau verlässt das sinkende Schiff. Ein Leserbrief

 

Mit dem rustikalen Abräumen der bisherigen Spitzenkandidaten und der Nominierung einer Last-Minute-Überraschungskandidatin haben die handelnden EU-Regierungschefs den EU-Gegnern, allen voran den britischen Brexit-Befürwortern, eine Steilvorlage geliefert.

 

Politische Hinterzimmer-Kungelei vom Allerfeinsten! Fremdsprachenkenntnisse scheinen für eines der höchsten politischen Ämter, das die EU zu vergeben hat, wichtiger zu sein als politische Qualifikation: Von der Leyen würde (siehe Datum!) als derzeitige Verteidigungsministerin in der Bundeswehr einen gigantischen Trümmerhaufen ungelöster Probleme hinterlassen:

 

Das Murmeltier verschläft mehrere Monate im Erdbau

dramatischer Personalmangel, Flugzeuge und Hubschrauber, die nicht fliegen, Schiffe und U-Boote, die im Hafen bleiben müssen, Kampfgewehre, die nicht treffen, Verdacht auf Korruption bei externen Beraterverträgen, rechtsradikale Erscheinungsformen in der Truppe, amateurhafte Vertragsgestaltung bei der Renovierung der „Gorch Fock“ mit unfassbarer Kostenexplosion usw. Lösungsansätze?, politische Verantwortung? Fehlanzeige! Offenbar ist die derartige „Erfolgsbilanz“ einer Ministerin die richtige Empfehlung für eines der höchsten Ämter innerhalb der EU. – Michael D. Bargteheide, #HamburgerAbendblatt, Briefe an die Redaktion, Gigantischer Trümmerhaufen, 4.Juli: „Von der Leyens schwierige Mission“, Von Anfang Juli 2019

Was wird aus Europa?

 

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#Warlich – wahrlich ein #König der #Tätowierer! – ein deutscher #Urvater der #Szene

Tätowierer Warlich mit Kunde um 1930: „Politik, Erotik, Athletik, Aesthetik, Religiös!!

Christian Warlich gilt als der Urvater der  deutschen Tattoo-Kunst. Seine Illustrationen waren wegweisend. Er konnte Tattoos nicht nur anbringen, sondern war auch einer der Ersten, der sie professionell wieder entfernte. Schon als Jugendlicher stach er seinen Schulkameraden Motive auf die Haut. Im Alter von 14 Jahren verließ Warlich sein Elternhaus und zog nach Dortmund, wo er einige Tätowierer kennenlernte. Als Heizer heuerte er auf dem Passagierschiff „Imperator“ an, es brachte ihn nach New York. Dort erstand er wohl seine erste Tätowiermaschine – und brachte sie nach Deutschland.

Die Restauratorin treibt vor allem eine Frage um: Schimmelt hier etwas?

Der Hautlappen hat die Größe eines Handtellers. Ein Tattoo zeigt zwei Vögelchen. Sie tragen zwei Anhänger in Herzform. Die Schnäbel berühren sich. Links neben den Anhängern steht der Name „Edith“, rechts daneben „Werner“. Oben: Treue Liebe“

In Hamburg angekommen meldete er eine Schankwirtschaft an. In einem Separee, abgetrennt durch einen Vorhang, stach Warlich fortan die Tattoos, die ihn weltberühmt machen sollten. Eines von ihnen ist auf dem Hautstück zu sehen, das nun vor Silke Beiner-Büth auf dem Tisch liegt: satte Farben und schwungvolle Linien mit zarten Fettungen, die Buchstaben hier und da etwas bauchiger machen; so hob sich Warlich von der Konkurrenz ab. Das Hautstück ist eines von 29, die sich derzeit im Museum für Hamburgische Geschichte befinden. Beiner-Büth muss erklären, wie man sie konserviert, ohne dass sie Schaden nehmen.

Die Mixtur dieses Ablösemittels galt lange Zeit als Geheimnis des Tattoo-Königs: Warlich hatte 1935 das Tattoo eines Matrosen entfernt, worauf sich dessen Hand entzündete; als die Gesundheitsbehörde davon erfuhr, musste der Tätowierer seine Methode in einem Brief dokumentieren. Er beschrieb die Rezeptur: destilliertes Wasser, Äther, Kali, Kochsalz, arsenfreie Schwefelsäure. Warlich trug die Tinktur in der Regel mehrmals auf die betreffende Stelle auf und konnte die Haut, sobald sie abgestorben war, mit einer Pinzette abziehen. Es blieb eine Narbe zurück. Zehn der Hautstücke mit den Tattoos von Christian Warlich gehören seit 1965 dem Hamburger Museum.Die Historiker kauften der Witwe Magdalena Warlich einen Teil des Nachlasses ab.

Das zentrale Objekt in Warlichs Nachlass aber ist sein berühmtes Vorlagealbum. Bis zum frühen 20. Jahrhundert hatten Tätowierer ihre Vorlagen in Büchlein mit sich getragen; so zogen sie durchs Land. Als sie dann mehr und mehr sesshaft wurden, kamen die „Flash Sheets“ in Mode. Das waren größere Blätter, die Warlich und andere in ihre Warteräume und Schaufenster hängten. Dann kamen Kunden ins Haus!

In seiner Kundenansprache wurde Warlich über die Jahre deutlicher. Auf einer Werbekarte, vermutlich aus den Vierzigerjahren heißt es: „Alles, was der männliche Körper ausdrücken soll, steche ich ein: Politik, Erotik, Athletik, Aesthetik, Religiös!!“ Erst 1962 meldete Warlich sein Tätowier-Gewerbe offiziell an, zwei Jahre vor seinem Tod.

Bei Instagram können Nutzer unter dem Hashtag  #inspiredbywarlich Bilder von Tattoos posten, die von Warlich-Motiven angeregt sind.

Yannik Ramsel, NADELKÖNIG (Auszug), Geschichte, Kunsthistoriker erforschen den Nachlass Christian Warlichs – und lüften dabei so manches Geheimnis des Urvaters der deutschen Tattoo-Szene, #DERSPIEGEL, Wissenschaft,  Nr. 26/22.6.2019

 

 

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