Eine Frage an uns #mündigeBürger: Wie können #Kollateralschäden letztlich verringert werden?

Das Imperium unseres Verbündeten drohte dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag mit Sanktionen, weil dieser Kriegsverbrechen von Soldaten und CIA-Mitarbeitern in Afghanistan untersuchen wollte. Das Ergebnis: Der IStGH hat klein beigegeben. Niemand wird die USA vor Gericht zerren.

Grausam, ungerecht, sinnlos

Etwas erfolgsversprechender dagegen sind Klagen gegen uns Verbündete. So hat ein Somalier die Bundesrepublik verklagt, weil er 2012 seinen Vater bei einem Drohneneinsatz verloren hatte. – Vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster klagten drei jemenitische Zivilisten gegen die Bundesrepublik, weil ihre Angehörigen ebenfalls per Drohne getötet wurden. Die Kläger forderten, dass Deutschland eine Mitverantwortung für zivile Opfer einräumen soll. Und dass Deutschland solche Luftschläge, gesteuert über die Militärbasis Ramstein in Rheinland-Pfalz, zukünftig unterbindet.

Aus der Vergangenheit weiß man, dass etwa 90 Prozent der Getöteten Unschuldige sind. Das deckt sich mit den Zahlen des amerikanischen Bürgerrechtlers Nicolas J.S. Davis. Von den geschätzten 6 Millionen Menschen, die die Verbündeten in den Kriegen nach dem 11. September 2001 getötet haben, sind die überwiegende Mehrzahl unschuldige Zivilisten.

Angesichts dieser erschreckenden Zahlen ist der juristische Widerstand vor deutschen und internationalen Gerichten kaum der Rede wert. Und damit auch in Zukunft Kriegsverbrechen als relativ problemlos wahrgenommen werden, ist die Steuerung der Öffentlichkeit elementar. Höchstes Ziel ist immer, Gegner als die Bösewichte, bzw. als die Terroristen darzustellen. ————————————-  Matthias R.

Das erste Opfer des Krieges ist immer die Wahrheit (abgeschwächt und gekürzt), Leserbrief, SO SEH ICH DAS, (der Inhalt gibt die Meinung des Einsenders wieder), Aus unserer Region / BILLE WOCHENBLATT, Mittwoch, 24. April 2019

 

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Das #Tier als #Ware!

Die industrielle Massentierhaltung ist die größte Entartung, das schlimmste Verbrechen und die größte Schande der Industriestaaten. Wir betrachten und behandeln Tiere wie eine Art „nachwachsenden Rohstoff“, der uns grenzenlos zur Verfügung steht. Gleichzeitig schwafeln wir von unseren (christlichen) „Werten“, die es hochzuhalten gilt. Pervers!

Ein stolzer Hahn

Internationale Krisen, menschenzerfetzende Kriege auf dem Rücken der Armen, Ausbeutung der Hilflosen in unterentwickelten Ländern und Hightech, die von einem Blödsinn zum nächsten führt. Autonom fahrende Autos, autonom redende Politiker in immer gleichen Talkshow-Runden. Ein täglicher Medienzirkus ohne Ausweg. Ich (Autor des Leserbriefs) bin 1946 geboren unmittelbar nach dem Ende des Krieges. Das war eine „Stunde null“. Hätte man doch damals die Zeit angehalten: Jeder Haushalt hätte nur ein Radio im Wohnzimmer, Mutter hatte noch nicht einmal eine elektrische Waschmaschine, sie wusch noch mit der Hand. Fahrradwege brauchte man auch nicht, denn man hatte sowieso kein Auto, Kinder spielten Fußball auf der Straße. Nirgendwo ein Ozonloch und kein Klimawandel. —————————————————– Alfred S., Norderstedt

Ein pickendes Küken

BRIEFE AN DIE REDAKTION, 14. Juni: „Das Tier als Ware Das Töten von Küken bleibt vorerst erlaubt. Doch der Tierschutz ist trotzdem gestärkt“ (Die Zuschriften gegen die Meinung der Einsender wieder), #HamburgerAbendblatt, MEINUNG, Montag. 17. Juni 2019

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Die #WHO berichtet…

GENF: Mit sexuell übertragbaren Krankheiten stecken sich nach einem Bericht der Weltorganisation  (WHO) weltweit pro Tag mehr als eine Million Menschen an. Jedes Jahr gibt es unter den 15- bis 49-Jährigen nach einer neuen Schätzung 376 Millionen neue Infektionen Trichomonaden, Chlamydien, Gonokokken oder Syphilis. Das berichtete am Donnerstag (6.Juni 2019) die WHO in Genf.

Oft infiziert sich ein Mensch mit mehreren Erregern gleichzeitig oder mehrfach im Jahr. Die Gesamtzahl gilt für 2016 und liegt gut fünf Prozent höher als bei der vorherigen Schätzung für 2012. Dies ist eine stille und gefährliche Epidemie. Jeder vierte Erdbewohner ist mit einer der Krankheiten infiziert. Zwar stecken sich jedes Jahr etwa gleich viele Frauen und Männer neu an. Weil die Bakterien bei Frauen aber hartnäckiger sind, sind diese auch deutlich mehr betroffen als Männer.

Das weiße Blutkörperchen stellt viele Kopien des Virus her und stirbt schließlich ab

1: weißes Blutkörperchen, Zellkern mit Chromosomen, Virenbefall. 2: Außenhülle des Virus. 3: Aidsvirus

Zusätzlich sind nach Angaben der WHO Hunderte von Menschen von Herpes- und Humanen Papillomviren  (HPV) betroffen. Diese werden ebenfalls bei Sexualverkehr übertragen. Die Krankheiten können schwerwiegende Folgen haben: darunter Eileiterschwangerschaften, Totgeburten, Unfruchtbarkeit, Herz-Kreislauferkrankungen sowie Arthritis. Allein 2016 sind rund 200.000 Babies von mit Syphilis infizierten Müttern kurz vor oder kurz nach der Geburt gestorben.

Die WHO empfiehlt mehr Tests und bezahlbare Medikamente sowie Aufklärung zur Vorbeugung. Etwa über die konsequente Nutzung von Kondomen beim Sexualverkehr. dpa

Täglich eine Million sexuell übertragbare Infektionen (Auszug) , #HamburgerAbendblatt, Freitag, 7. Juni 2019

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Was ist #Fortschritt?

Man mag es praktisch finden, dass jeder heute mit dem Smartphone als Navigator den nächsten Schnellimbiss orten kann; oder dass ein kurzer Scan genügt, um festzustellen, ob schon mal jemand unzufrieden war mit dem Hotel, in dem man zu nächtigen gedenkt. Dass Google und die anderen Wundertüten des Silicon Valley beim Beseitigen läppischer Lästigkeiten große Kollateralschäden verursachen, jedoch kein einziges echtes Problem lösen, ist für den von Siri umsorgten Konsumtölpel nicht erkennbar – und vielleicht auch gar nicht von Interesse.

Wahrer Fortschritt: die Impfung gegen Röteln oder Kinderlähmung

Während manche Pioniere der Tech-Industrie im Zeitraffer zu Milliardären wurden, sind Visionen, der Welt wirklich große Dienste zu tun, auf der Strecke geblieben: Google träumte vom fahrerlosen Auto, das keine Unfälle mehr verursacht – das Projekt bleibt weit hinter den Erwartungen zurück, weil die Akrobaten der Algorithmen die Hardwareprobleme naiv unterschätzt haben. Der Fahrdienstleister Uber, nicht ethisch motiviert, sondern bestrebt, einen billigen Ersatz für ohnehin schlecht bezahlte Taxifahrer zu finden, hat mit einem Roboterauto schon einen Menschen getötet. E-Auto-Pionier Tesla schuf einen kolossalen Stromfresser und lässt das Problem, wo die saubere Energie für Produktion und Antrieb von Massen solcher Fahrzeuge herkommen soll, ungelöst.

Gegen den fossilen Ressourcenraubbau hat kein prominenter Akteur des Silicon Valley ein Rezept. Im Gegenteil: Die Datenspeicher, in denen die globale Kakofonie der sozialen Netzwerke zusammenfließt, zählen zu den größeren Verbrauchern im Stromnetz. Die Erkenntnis, dass es nicht auf die Menge der Informationen ankommt, sondern auf die Fähigkeit, dieselben zu bewerten, inspirierte Immanuel Kant zu einer seiner stärksten Aussagen. Sie lässt sich sogar googeln: „Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt.“

Christian Wüst, Läppischer Fortschritt (ungekürzt), Die Tech-Industrie des Silicon Valley hat bis heute kein ernstes Problem der Menschheit gelöst, Einwurf, #DERSPIEGEL, Nr. 24/8.6.2019

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#Rezension: In der #Mühle des #Teufels

Astronom Johannes Kepler 1571-1630

Seit sieben Jahren lastet der Dreißigjährige Krieg mit unermesslichen Qualen und Schrecken auf dem Land. Die Bauern – am schwersten betroffen – belagern 1625 Linz. Sie bitten Johannes Kepler um Hilfe, jedoch vergeblich. Der große Astronom bemüht sich in dieser Zeit den Menschen seine Erkenntnisse zu vermitteln. Er will Schüler ausbilden und er will seine für die Wissenschaft so wichtigen Planetentafeln der Öffentlichkeit zugänglich machen. Beide Wünsche bleiben unerfüllt. Der Protestant erhält an den vorwiegend unter katholischen Einfluss stehenden Universitäten keinen Lehrstuhl. Die Tafeln werden zwar gedruckt – mit zäher Ausdauer ist es Kepler gelungen -, aber in Frankfurt, wohin der Gelehrte gereist ist, um auf der berühmten Messe sein Werk  zum Verkauf selbst anzubieten, gelingt es den Vertretern der Gesellschaft Jesu, alle Käufer fern zu halten. Der kaiserliche Mathematiker, der sogar als Astrologe in die Dienste Wallensteins getreten ist, findet keine Möglichkeit, sein Wissen zu verbreiten. Schließlich reist er nach Regensburg, um auf dem Kurfürstentag seine Forderungen vorzutragen. Er wird nicht angehört. Wenige Tage später stirbt der bedeutende Wissenschaftler. –

…unter Verdacht.

Mit diesem Band beendet Heinrich-Mann-Preisträgerin Rosemarie Schuder ihr Werk über den „Mann Johannes Kepler, der einen dritten Weg suchte“ und dabei in die „Mühle des Teufels“ geriet.

Rosemarie Schuder, IN DER MÜHLE DES TEUFELS, Rezension, Klappentext, Roman über Johannes Keplers letzte Jahre, Rütten & Loening, Berlin, 2. Auflage, 372 Seiten

„Bald ist der Bauer ob der Enns ———-      ganz ohne Zehnt und Zoll. Die Pfaffen und großen Herrn, ———–      die ham die Hosen voll.“

…er wird nicht angehört.

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#HamburgerAbendblatt – #BRIEFE AN DIE #REDAKTION

K. Fegebank im Rathaus: „Zickigkeiten und Schlachten auf offener Bühne werden wir uns nicht erlauben“

 

Zeit für einen Wechsel – 27. Mai:“Was für eine Wahl! Grüne triumphieren – in Hamburg sind sie sogar Nummer eins“

 

Es bleibt nur eine Möglichkeit: Rücktritt der Bundeskanzlerin, Rücktritt von Annegret Kramp-Karrenbauer, Rücktritt von Andrea Nahles. Diese dramatischen Wahlergebnisse zeigen, dass die großen ehemaligen Volksparteien uns Bürger nicht verstehen oder so sehr unter dem Druck der Industrie-Lobbyisten stehen, dass sie es nicht schaffen, Politik für ihr Volk zu machen. Es ist beschämend, solche Ergebnisse zu erzielen. Es wird Zeit für einen Wechsel. Auch die Steuergerechtigkeit – insbesondere die Zahlung der Großkonzerne  (z.B. Google, Facebook, Amazon, Ikea) – ist in Deutschland ein großes Thema. Hier ist nichts passiert. Warum eigentlich nicht? Der deutsche Mittelstand stellt ein Großteil der Steuerzahler. Und die Großkonzerne? Es ist höchste Zeit, hier etwas zu ändern.  ——– Axel A. P.

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder.

 

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#GRUNDGESETZ FUER DIE #BUNDESREPUBLIK #DEUTSCHLAND – Ein wahres #Meisterwerk!

DER 200. EINTRAG FÜR MEINE BLOGGER-GEMEINDE: —————— Verehrung und Anbetung werden auf Knopfdruck zum Jahrestag des Grundgesetzes fällig. Wie eine Monstranz tragen wir strahlend und stolz Grundwerte vor uns her. Aber stehen Volk und Parteien wirklich zur Gänze hinter den Grundwerten der Verfassung? Nein! Die Wirklichkeit einer Unterwerfung unter die verfassungsrechtliche Werteordnung des Grundgesetzes, wie sie der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, einfordert, bildet keine gelebte Realität.

In der Praxis wird die Würde des Menschen zu häufig angetastet. Vereinigungen, die sich gegen den Gedanken der Völkerverständigung richten, sind nicht verboten. An manchen Stellen dient der Gebrauch von Eigentum nicht dem Wohle der Allgemeinheit, sondern ausschließlich dem Wohle des Eigentümers. Das Grundgesetz also bitte nicht nur an den Feiertagen aus dem Bücherregal holen, um es abzustauben. Es muss zum gelebten Alltag werden. Die durch die Verfassung gezogenen Grenzen verdienen Vollzug in Schärfe. Da dürfen auch alle mitmachen: Volk und Parteien. Jörg Riebartsch, Ostthüringer Zeitung

#Hamburger -Abendblatt, Donnerstag, 23. Mai 2019, Politik

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Jack Mingo: Die #Weisheit der #Bienen, Erstaunliches über das wichtigste #Tier der #Welt – Eine #Rezension

Wabe in einem Bienenstock – 1. Mit Honig verschlossene Zellen, 2. Verschlossene Zellen mit Larven und Puppen, 3. Zellen mit Eiern

Jack Mingo findet seinen Weg zu den Bienen und zu der Bienenhaltung. Er zeigt Verantwortung für mehr als eine halbe Millionen Bienen. Und bringt mit seinem Buch* Erstaunliches an die Öffentlichkeit: Eine Biene liefert in ihrem Bienenleben 1 bis 2 Teelöffel Honig, – wenn sich Bienen aneinander reiben, dann laden sie sich elektr0statisch auf, – wenn sie an vergorenen Früchten naschen, verlieren sie leicht das Gleichgewicht – auch Bienen erleiden Haarausfall, – und Elefanten gehen Bienen lieber aus dem Weg. Mit diesen Beobachtungen und Erkenntnissen versetzt Jack seine Leser immer wieder in Erstaunen und in Begeisterung. Bienen haben sogar eine eigene Sprache entwickelt: Durch sogenannte Schwänzeltänze können sie den Ort einer Futterquelle an ihre Artgenossen vermitteln. Und das geschieht einfach durch Flügelschläge. Genau wie seine Bienen gerät Jack hin und wieder ins Schwärmen. So ist er begeistert von dem Gold des frischen Honigs und vom „Gesang“ der Bienen.

– noch blühen sie

Wie Du, lieber Blogger, vielleicht schon gespürt hast ist Mingos Buch* kein Fachbuch über die Imkerei. Obwohl sich schon das vorbildliche Sozialverhalten der Bienen erahnen lässt. Man wird hier mit viel Humor und Begeisterung mit originellen Vorgängen im Bienenstock vertraut gemacht.

– wir vernichten, was uns inspiriert…

Leider, und wie es die Zeit erfordert, kommen ernste Themen in dem Buch* zu ihrem Recht: Damit ist das Bienensterben und die Bedrohung durch Parasiten gemeint. – Auch durch den Menschen und sein verantwortungsloses Eingreifen in die Natur ist die Biene weltweit bedroht.

 

Im SPIEGEL werden Aspekte von Mingos Buch* aufgegriffen und vertieft:

Der Titel: Weisheit des Verzichts

Nicht weniger als eine neue Ethik und ein neues Menschenbild sind notwendig, um die Krise der Natur zu bewältigen. Wir vernichten, was uns ernährt, was uns Schutz bietet, was uns inspiriert – kurz, was uns am Leben erhält: Solche Sätze kennzeichnen das düstere Bild unserer Biosphäre: Zwischen einer Millionen und einer halben Millionen Arten sind vom Aussterben bedroht. Ein Viertel aller katalogisierten Arten sind vermutlich schon verloren. Grund für diese verhängnisvolle Entwicklung ist der rasant ansteigende Verbrauch von Nahrung, Wasser, Energie und sonstigen Ressourcen. Das ungebremste wirtschaftliche Wachstum und eine immer weiter steigende Zahl an Menschen bringen die Welt an ihre Belastungsgrenze. Die Natur geht zugrunde – und der Mensch nimmt den Niedergang mit erstaunlichem Gleichmut zur Kenntnis.

– was uns ernährt…

Unser Leben basiert auf den Leistungen natürlicher Systeme. Dort, wo diese Systeme zusammenbrechen, wo der Boden und seine Organismen, die Pflanzen und ihre Bestäuber verschwinden, verliert die Erde die Fähigkeit, Nahrung zu produzieren und Leben zu erhalten. – Der Schaden an der Biosphäre ist schwer zu beheben. Technologische Lösungen wird es hierfür kaum geben. Dafür sind die natürlichen Systeme viel zu komplex. Um die Vielfalt zu retten bedarf es deshalb eines umfassenderen Wandels. Wir brauchen eine Revolution im Denken und Handeln. – Das westliche Wertesystem wird von der tief sitzenden Überzeugung beherrscht, dass der Mensch ein allen anderen Geschöpfen überlegenes Wesen sei. Er dürfe die natürlichen Ressourcen nach Belieben ausbeuten.- Zudem ist die Entkopplung des Menschen von der Natur auch tief in der christlich-abendländischen Tradition verwurzelt.

allem Lebendigem Platz einräumen..

Wer sich jedoch der Natur überlegen fühlt, wird blind gegenüber der Weisheit der Beschränkung. Reduzieren und Zurückweichen wäre der weitsichtigste Pfad vorwärts. Das heißt: Es gilt, weniger Nahrung, weniger Wasser, Energie und Materialien zu verbrauchen und der Natur mehr Raum zu lassen.

Es ist nicht einfach nur schön, die Natur zu haben; sie hat fundamentale Bedeutung für uns. Würde denn eine neue Ethik, die dem Menschen mehr Ehrfurcht vor den Menschen abverlangt, wirklich Verzicht bedeuten? In einer Welt, in der Fortschritt Lebensqualität umfassender definiert werden als durch Umsatzrenditen, bietet ein neues Naturverständnis große Chancen. Eine Ethik des Weniger, die menschliche Größe nicht mehr als Dominanz über die Biosphäre definiert, sondern als Fähigkeit, allem Lebendigen Würde, Platz und Bedeutung einzuräumen, verheißt auch mehr Mitgefühl, Verständnis und Wohlwollen gegenüber uns selbst. Zu lernen, die Erde mit Achtsamkeit, Demut und Bescheidenheit zu bewohnen, verspricht materiellen und spirituellen Reichtum für alle. – In die Natur zu investieren ist nicht nur der intelligente Weg in die Zukunft; er ist auch der menschliche Weg.

HOHLSPIEGEL: Nr. 23/1.6.2019

Philip Bethge, Weisheit des Verzichts (Auszug), Der Verlust von Ökosystemen und Arten könnte dramatischere Folgen haben als der Klimawandel, Der Mensch muss sich zurücknehmen, um den Fortbestand seiner Zivilisation zu sichern – ein Weckruf.

*Jack Mingo, Die Weisheit der Bienen, Erstaunliches über das wichtigste Tier der Welt, RIEMANN VERLAG, 1. Auflage 2013, deutschsprachige Auflage 2015

Drei Leserbriefe zum obigen Thema im #HamburgerAbendblatt:

Auch Schmetterlinge lieben Blüten

Neue Denkmuster entwickeln: – Dass immer mehr Tier- und Pflanzenarten aussterben und damit das Ökosystem der Erde immer empfindlicher wird, ist leider keine neue Erkenntnis. Aber solange Menschen, die Politik und Wirtschaft bestimmen, in den alten Denkmustern von stetigem Wachstum und eigenem Wohlstand feststecken, wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Unsere Art der Wirtschaft und der Landwirtschaft beeinflusst nicht nur unsere Natur, die immer weiter verarmt und die uns vor immer neue und größere Herausforderungen stellt, sondern auch die Natur in anderen Staaten: Zum Beispiel fordert der Anbau von Soja und Palmen die Rodung großer Urwaldflächen. Nachhaltigkeit, ökologische Landwirtschaft, Schutz der Artenvielfalt werden seit Jahren von Politikern gefordert und in den Vordergrund gestellt – aber sobald die Wirtschaft mitredet, auch die Landwirtschaft, werden all diese Ziele vergessen und nur noch der Profit und das Wachstum betrachtet. Politiker wie Wirtschafts- und Landwirtschaftsvertreter blicken hier zu kurz. Sie selbst mögen von den Auswirkungen nicht betroffen sein, aber für die kommenden Generationen könnte es schlechter werden in einer verarmten und monokultivierten Welt. Mutig und selbstständig denkende Menschen sind gefordert in Politik und Wirtschaft, um tatsächlich neue Denkmuster und Wege zu gestalten. Rüdiger R. Hamburger Abendblatt, Mittwoch 8. Mai 2019

Artensterben vor unserer Tür: Das Artensterben passiert täglich direkt vor unserer Haustür. Durch das regelmäßige radikale Ausputzen und Absaugen der Beete im gesamten Stadtgebiet, die danach „steril, sauber und glatt“ erscheinen, werden Mutterboden und sämtliche Kleinorganismen, Insekten und Wildblumen vernichtet! Im Zuge von Renovierung und Nachverdichtung bzw. Bebauung werden Büsche und Hecken entfernt. Es wird zunehmend nur Rasenfläche gewünscht und gepflastert, was noch einfacher zu pflegen ist. Antje M. Hamburger Abendblatt, Sonnabend/Sonntag, 11. /12. Mai 2019

Die Natur braucht uns nicht: – Diesen Satz zu sehen hat mich Illusionslosen denn doch noch mal durchgeschüttelt: „Tiere können nur überleben, wenn man damit Geld verdient.“So schätzt der Experte vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung die Zukunftsaussichten der namibischen Breitmaulnashörner ein. Schonungslos ist in diesem Satz das Verhältnis des Kapitalismus zur Natur auf den Punkt gebracht. Regenwald? Wofür soll das gut sein? Weg damit! Platz für Soja und Palmöl – gerade zu besichtigen in Indonesien und Brasilien. Artenvielfalt? Lasst uns doch ein Reservat einrichten und Eintritt kassieren. Soll die Natur sich gefälligst marktgerecht verhalten. Das heißt dann wohl auch: Den Klimawandel stoppt man nur mit dem richtigen Geschäftsmodell. Let’s make money. Wachstum, Wachstum, Wachstum. Bis der Punkt erreicht ist wo die Natur uns in den marktkonformen Hintern tritt. Die Natur braucht uns Menschen nicht. Dr. Oswald P, Hamburg, Hamburger Abendblatt Donnerstag, 16. Mai 2019

…für die kommenden Generationen könnte es schlechter werden…
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Mit #Musik wird auch alles wieder #gut

Musik – und der Treibstoff für den Spaßmotor im Gehirn

Menschen sind seit jeher mit der Musik verbunden. Musik gilt als natürliches Ausdrucksmittel von Freude und Schmerz. Musik erklingt bei Geburt, Hochzeit und Tod. Mit Musik wird zur Jagd geblasen, sie ertönt im Krieg. – Du hörst Musik. Du tanzt dazu und summst eine Melodie, die geordnete Folge von Tönen. Dazu kannst Du auch je nach Lust die gleichmäßig wiederkehrende Betonung, also den Rhythmus, klatschen. Um Musik besser festhalten zu können erfand man die sogenannte Notenschrift, bis zum 19. Jahrhundert blieb Musik eher abstrakt, danach ist sie mit Assoziationen verbunden: sie wird zum Ausdrucksmittel persönlicher Gedanken und Gefühle. – Dabei gilt jemand, der richtige von falschen Tönen unterscheiden kann, als musikalisch.

Auch im SPIEGEL kann man von der heilsamen Wirkung von Musik lesen:

Musik kann die Heilkräfte des Körpers aktivieren, die Stimmung verbessern und uns von belastenden Erfahrungen ablenken. Gesunde bekommen gute Laune, Kranke erfahren Linderung. Patienten fangen an, Dinge zu leisten, die sie eigentlich gar nicht mehr schaffen können. Kinder, die ansonsten emotionaler Kommunikation kaum zugänglich sind, fangen auf einmal an, über die Musik zu kommunizieren. Musik ist ein kraftvolles Kommunikationsmedium.

Sprache ist die Musik des Individuums, Musik dagegen ist die Sprache der Gruppe. Rhythmen, Tänze und Melodien dienen Menschen dazu, Durchhaltevermögen und Gemeinschaftsgefühl zu stärken und einander Mut zu machen. Musikhören verbessert und verlängert das Leben.

In seinem Buch* beschreibt Stefan Kölsch, welche Musik für den Einzelnen am besten wirkt: Das ist diejenige, die den Patienten am besten gefällt. Allerdings nicht jede Musik ist heilsam. Depressive sagen manchmal, dass sie traurige Lieder hören möchten. Gesünder für sie sind jedoch fröhlich gestimmte Songs. Statt Musik zu hören, die zur eigenen Stimmung passt, ist es grundsätzlich hilfreicher Stücke mit jener Stimmung zu hören, in die man kommen möchte. – Die heilsame Wirkung ist für jeden nutzbar. Auf Perfektion kommt es gar nicht an. Niemand ist unmusikalisch. Der Zauber der Musik fängt schon an, wenn im Büro die Kollegen gemeinsam „Happy Birthday“ singen.

Stefan Kölsch, „Treibstoff für den Spaßmotor“(Auszug), Der Neurowissenschaftler Stefan Kölsch, 50, von der Universität Bergen in Norwegen erklärt die heilsame Wirkung von Liedern und Rhythmen auf Körper und Geist, #DERSPIEGEL, Gesundheit, DER SPIEGEL, Nr. 18/27.4.2019

*Stefan Kölsch,: „Good Vibrations“, Ullstein, 384 Seiten, 22 €.

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#Leonardo da Vinci – eine #Jahrtausendfigur zu #BeginnderNeuzeit

„Selbstbildnis“ – Mensch mit „zwei Handschriften“ – kann auch Spiegelschrift…

Die Toskana in Italien war die Heimat von Leonardo. Er wurde 1442 geboren. Das war zur Zeit der Renaissance. Leonardo malte, schuf plastische Werke und wirkte als Baumeister. Malerei war für ihn auch ein Mittel, seine Naturforschung anschaulich zu beschreiben. Seine genaue Beobachtungsgabe ermöglichte ihm, Naturgesetze zu erkennen und diese nutzbringend anzuwenden. Seine Notizbücher und Skizzen geben über vielseitige Studien und Erkenntnisse Aufschluss. Zu seinen berühmtesten Gemälden gehört die „Mona Lisa“, diese kann im Pariser Louvre bewundert werden. Viele seiner bahnbrechenden Erfindungen konnten zu seinen Lebzeiten noch nicht verwirklicht werden. – Leonardo starb im Jahre 1519.

 

Kunstgeschichte im SPIEGEL: Wiederkehr des 500. Todestag von Leonardo da Vinci

Zeitgenössisches Holzmodell nach einem Panzerentwurf von Leonardo

Ein einziges Blatt, das die Inventarnummer „8P“ trägt. Es ist die älteste erhaltene Zeichnung. Dazu die erste reine Landschaftsdarstellung der italienischen Kunst, entstanden vor 546 Jahren. Die Zeichnung wirft noch immer Fragen auf, die das Museum endlich beantworten lassen möchte. Das Papier, die Tinte, die Federstriche und Buchstaben auf der Vorder- und Rückseite. Nun sollen Forscher mithilfe der neusten Durchleuchtungstechniken jedes chemische Element, jedes Molekül sichtbar machen.

Im besten Falle ergibt die Untersuchung vorab neue Antworten auf die Frage: Wer war Leonardo da Vinci? Er hat seine letzten drei Jahre in Frankreich verbracht. Leonardo starb vor 500 Jahren. Die Welt hat das Jahr 2019 zum „Leonardo Jahr“ ausgerufen. Es wird kaum möglich sein, dem Künstler zu entkommen und, was sonst, ihn zu bewundern. Eigentümlich an der Beschäftigung mit ihm ist allerdings das: Je mehr man über ihn erfährt, desto größer werden die Ungewissheiten. Das ist nicht ohne Ironie, denn es gehörte ja zu dem Kern dieses Mannes, Ungewissheiten und Unwissenheit überwinden zu wollen. Ganz sicher war er kein Universalgelehrter, wie er oft genannt wird, sondern ein Universallernender. Und das ist viel mehr, erst das macht ihn zu jemanden, für den der Begriff „Jahrtausendfigur“ gerade so reicht.

Wenn man eintaucht in das Leben Leonardos, seine Werke, Ideen, Erfindungen, Zweifel, Irrtümer, erhält man nach und nach eine Figur heraus, der gelungen ist, wonach wir alle nur streben: über sich selbst hinauszuwachsen. All die Adjektive, die sich zur Beschreibung von Fortschrittlichkeit im 21. Jahrhundert finden, innovativ, ökologisch, kreativ, auch eine Spur größenwahnsinnig, bündelten sich schon vor mehr als 500 Jahren in diesem einen Renaissancemenschen.

Der gab sich nie zufrieden, er wollte immer und jederzeit alles neu denken, er beobachtete die Bäume und Vögel und Wassertropfen, er wollte Flüsse umleiten, fliegen, er stieg in den Leichenkeller der Hospitäler, schnitt die Verstorbenen auf, um mehr über den menschlichen Körper zu erfahren. Und er erkannte, dass die Welt mit jeder Entdeckung eine andere zu werden scheint. – Leonardo hat einen geradezu phänomenalen Mut zum Umdenken, wird gesagt. Es gibt wohl kaum einen zweiten Menschen in der Geschichte, der sich so weit vom herrschenden Weltbild entfernt hat. – Allein das macht ihn zum Orientierungspunkt, auch (und gerade) für unsere Gegenwart, in der vielen nichts so nahe ist wie das „thinking outside of the box“.

Vor allem aber entwickelte er – und insbesondere in dieser Hinsicht ist er immer noch ein Unterschätzter – eine innere Unabhängigkeit, die so in der damaligen Gesellschaft nicht vorgesehen war. Es ist unmöglich, einen einzigen Begriff zu finden, mit dem man dem Gesamtkunstwerk Leonardo da Vincis gerecht werden könnte. – In jedem Fall war er ein cooler Typ…

Detail der „Felsgrottenmadonna“, um 1495 bis 1508

Ulrike Knöfel, UNHEIMLICH MODERN (gekürzt), Genies, Vor 500 Jahren starb Leonardo da Vinci, Maler, Anatom, Erfinder. Er vereinte alle Eigenschaften in sich, die einen heutigen Menschen ausmachen. Er war innovativ, ökologisch, individualistisch – und doch viel mutiger und freier, als wir es sind. #DERSPIEGEL, Seite 100 bis Seite 114, Nr . 18/27. 4. 2019

Mona Lisa; um 1503

Leserbrief, Ein Genie, Nr. 18/2019

Ein größerer Gegensatz als der zwischen den Titelthemen „Glaube“ (im SPIEGEL) und „Leonardo da Vinci“ ist kaum vorstellbar. Auf der einen Seite ein Blick auf den kollektiv gesteigerten Irrationalitätswahn des religiösen Glaubens, Jahrhunderte getragen von Mythen und Mythologien, befördert durch dumpfe klerikale Dogmen und die Dualität von Drohungen (Hölle) und Verheißung (Paradies) der Kirchen – eben das „Opium des Volkes“ (Karl Marx), auf der anderen Seite der wache, immer lernende, forschende und deshalb auch zweifelnde Geist eines Universalgenies (Universallernenden), das (der) als Vordenker nicht nur die italienische Renaissance geprägt hat, sondern auch die Jahrhunderte später geschehene europäische Aufklärung beflügelt hat. — Jens J. Kiel

tuscade meint, einer der besten Leserbriefe bisher!

 

 

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